Wandern von Haidmühle nach Stožec

Nachdem wir das Privileg haben, grenznah zu wohnen, machen wir gerne und  immer wieder ein paar Schritte hinüber und schwupps sind wir in einem anderen Land. Mit Verblüffung hören wir manchmal von Nachbarn, die seit 20 Jahren an der Grenze wohnen, dass sie noch nie „drüben“ waren. Der eiserne Vorhang ist in manchen Köpfen offensichtlich immer noch vorhanden. Schade.

Ende Oktober wanderten wir von Haidmühle nach Stožec und zurück. Eine Strecke von insgesamt elf Kilometern auf weitgehend ebener Straße, die auch wir Senioren noch gut schaffen.

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Wandern auf den Lusen

Vom Teufelsloch zur Himmelsleiter:

Gestern war ein schöner sonniger Herbsttag . Und weil dies in den eher kühlen Septembertagen in diesem Jahr die Ausnahme ist, packten wir die Gelegenheit beim Schopf, um auf den Lusen zu wandern.

Allein das Wort „Lusen“ … „Lus a mal“, sagte meine Großmutter aus der Oberpfalz immer, und meinte „hör zu“. So ist das Wort „Lusen“ sicherlich verwandt mit dem englischen Wort „listen“ … ein Sprachforscher könnte nun zweifellos sehr viel mehr zu dieser interessanten Verwandtschaft sagen, aber wir wollen wandern und keine Wissenschaft betreiben.

1373 Meter hoch ist dieser Hügel, der anmutig aus der Landschaft steigt, und eher harmlos aussieht. Aber, der gesamte Bayerische Wald lebt von Understatement, so auch der Lusen.

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Hotel Villa Breitenberg [update]

Programm

Aus der Rubrik „Kulturelles in unserer Gegend“:

Die Villa Breitenberg (unten wurde sie bereits vorgestellt) hatte uns
dankenswerterweise zu einer anregenden kleinen Veranstaltung eingeladen: Eine Woche lang hatte eine Gruppe von rund zwei Dutzend Schülern aus München in der Villa unter Anleitung Musik und Theater geprobt. Gestern fand die Abschlussvorstellung statt unter Beisein der Eltern.

Die sehr gelungenen Vorführungen fanden in verschiedenen Räumen der Villa statt, in einer heiteren entspannten Atmosphäre. Das war sehr angenehm.

Als ich die Schüler musizieren und interagieren sah, ließ mich ein Gedanke nicht los:
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Plädoyer für Dickköpfe

Gute Mitarbeiter sind Mangelware. Der nahe liegende Gedanke ist also, dass jeder Chef, der das Glück hat, gute Leute zu haben, diese unbedingt halten will. Und dafür einiges zu tun. Doch das Gegenteil scheint oft der Fall zu sein. Das Hauptproblem vieler Vorgesetzter ist, dass sie nicht genau wissen, was ihre Leute tatsächlich tun und damit tatsächlich leisten. Schlimm sind auch jene Vorgesetzte, die vor sich hin altern, sich kaum noch fortbilden, den Markt eigentlich gar nicht mehr kennen (von den aktuellen Technologien ganz zu schweigen), gleichzeitig aber meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Wenn dann noch der Satz „Zu meiner Zeit …“ fällt, sollten Sie so schnell wir möglich das Weite suchen. „Plädoyer für Dickköpfe“ weiterlesen

Nicht-Gesagtes und Gesagtes – Nachlese zur Tanzveranstaltung bei Toni Kirchmair

Ein ausgesprochen schöner Tag war der 22. Januar. Die Sonne strahlte von einem makellos blauen Himmel und ließ die prächtige Winterlandschaft glitzern und gleissen. Schön ging es auch drinnen im Haus weiter.
Vier Tänzerinnen – Simone, Susanne, Ulli und Christine – traten auf, um die rund 50 Gäste zu erfreuen und zu inspirieren. Laien, mit Herz und Leidenschaft. Sie haben ein „normales“ Leben neben dem Tanz, aber das Leben mit dem Tanz lässt die Gesichter leuchten, die Körper sprechen. Tanz aus Leidenschaft, Tanz aus Freude, Tanz aus Lebenslust. Ausdruck menschlicher Emotionen, Lebensenergie, Eleganz, körperlicher Vitalität und Sinnlichkeit.
Schön anzuschauen und sprechend abseits der Sprache.
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Gute alte Zeit

Natürlich war früher nicht alles besser , das scheint nur in der Erinnerung so. Wir neigen dazu, alles zu glorifizieren, was „früher“ war, aber kaum etwas davon stimmt, schaut man genauer hin. Was allerdings nach meinem Empfinden früher tatsächlich schöner, ja besser war, war Weihnachten. In den 50er und 60er Jahren waren die Mittel (immer noch) knapp. Adventskalender gab es nur in der Simpelausführung auf Papier mit ein wenig Glitzer drauf, wo sich hinter jedem Türchen ein Bild zeigte, die Luxusvariante war die mit Schokolade. Anders als heute, wo die aufwändigen Adventskalender 24 Geschenke haben, die jedes für sich schon ein tolles Weihnachtsgeschenk für uns Kinder von damals gewesen wäre. Weihnachten fiel in der Regel bescheiden aus. Man war schon glücklich, wenn man ein paar Holzbauklötze, Cowboy- und Pferdchenfiguren, ein Spielzeugauto, einen Pelikan-Füllfederhalter, eine Kinderpost oder (das höchste der Gefühle) eine Barbie bekam. Was konnten wir uns darüber freuen! Geschenke waren ja so selten. Schauen Sie sich heute ein durchschnittliches Kinderzimmer an. Es schaut aus wie in einem Spielwarenladen, eigener Fernseher, Smartphone und Spielekonsole inklusive.

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Topinambur wächst bei uns

topinambur

Bei Martin, der in Langreut wohnt, wächst es zumindest wie Unkraut. Das ist recht erfreulich, denn manchmal schenkt er uns welches.

Die Wikipedia schreibt über Topinambur: „Der Geschmack der Topinamburknollen ist süßlich, die Konsistenz wässrig und sie erinnert an Artischockenböden. Die Knolle kann sowohl roh in Salaten als auch in Salzwasser gekocht verzehrt werden. Auch frittiert wie Kartoffeln sind sie zum Essen geeignet. Ebenso kann ein Saft als Getränk zubereitet werden. Unter saurem Milieu kann dieser eingedickt werden und ergibt einen 90%igen Fructosesirup. Der goldgelb bis braune Topinambursirup wird als alternatives Süßungsmittel verkauft. Besonders hervorzuheben ist der Inhaltsstoff Inulin, ein unverdauliches Polysaccharid. Als wasserlöslicher Ballaststoff ist Inulin ein wichtiges Prebiotikum.“

Topinambur ist nicht nur gesund, sondern vielseitig einsetzbar: als Rohkost, Salat, Pürree, Suppe oder Bratling. Ich habe ein Rezept für wunderbar schmeckende (!) Bratlinge aus Topinambur, Äpfeln und rote Linsen gefunden. Dazu gab’s einen Dip aus Joghurt, saure Sahne, Meerrettich und Schnittlauch.

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Welcher Winter???

Leopoldsreut

Gestern in München gewesen. Es hatte die ganze Nacht über geschneit, zehn Zentimeter Neuschnee überraschte uns alle am Morgen – aber kein wirklicher Grund zur Sorge, ja Aufregung. Immerhin befinden wir uns meteorologisch im tiefsten Winter.

Gestern also … Chaos auf den Autobahnen rings um München, noch mehr Verspätungen bei den S-Bahnen, Züge kamen nicht „durch“ usw. usf. Ganz zu schweigen von den vielen griesgrämigen Kollegen und Menschen, die den Winter sooo satt haben und die Sonne sooo herbei sehnen.  „Welcher Winter???“ weiterlesen

Der Nationalpark Šumava

sumava

Der Nationalpark Bayerischer Wald und der Šumava bilden das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas, wobei der Šumava dreimal so groß ist wie der bayerische Nationalpark. Das „grüne Dach Europas“ hat eine lange gemeinsame Geschichte, immer wieder unterbrochen von den Irrungen und Wirrungen der Geschichte. Mittlerweile ist der gegenseitige Respekt, das gegenseitige Verständnis für den Naturschutz nicht nur gewachsen, sondern man zieht zum Wohle des Waldes und zur Bewahrung der Natur auch an einem gemeinsamen Strick. Und das ist gut so, denn beide Parks gehören zu den letzten Naturjuwelen, die es noch gibt.

Der Artenreichtum der Fauna ist in manchen Regionen des Bayerischen Waldes (auch der Bischofsreuter Waldhufen!) bemerkenswert, der Šumava ist besonders reich an Mooren und Filzen, samt Moorseen, schwimmenden Inseln und idealen Brutbedingungen für das Birkhuhn. Da der Šumava – anders als der Bayerische Nationalpark – bis weit ins 20. Jahrhundert relativ dicht besiedelt war, findet man heute noch „in der Wildnis“ Spuren von alten Gebäuden und Fundamenten, ganz besonders natürlich im Grenzgebiet. Übrigens macht dies den besonderen Reiz der Landschaft jenseits der Grenze aus – diese ganz eigene Mischung aus Waldnatur und alter Kulturlandschaft. Naturschätze hüben wie drüben. Ich fühle mich sehr privilegiert, wenigstens einen Teil meines Lebens in diesem grandiosen Teil Mitteleuropas leben zu dürfen, der so unendlich viel zu bieten hat.

Wirklich gut essen

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Was bedeutet es, wirklich gut zu essen? Für die einen heißt das Knödel mit Schweinsbraten – und das kann wunderbar schmecken, wenn man das Gericht vom Gastwirt so zubereitet bekommt wie zu Hause: frische, selbst gemachte Reiberknödel und einen lange im Ofen geschmorten butterweichen Braten mit knuspriger Kruste. (Hmmmm!)  „Wirklich gut essen“ weiterlesen

Dreisessel – Der Hausberg von Haidmühle

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Die Landschaft auf dem Dreisessel ist ungewöhnlich, ja einzigartig, wild, bizarr, manchen Ortes sogar apokalyptisch anmutend. Und doch ist die Szenerie stimmig und verbreitet selbst (oder gerade deswegen?) bei bedecktem Himmel und dunklen Wolken einen außerordentlichen Reiz, so wie heute morgen. Ich fragte mich, als wir dort oben waren, wann der Borkenkäfer (oder war’s der saure Regen?) den Bäumen so zugesetzt hat? Und wie die Landschaft wohl früher ausgesehen haben mag, als der Wald noch ein echter Wald war? Wie auch immer … der Zauber der Böhmerwald-Natur ist, frei nach Stifter, wie ein Rastplatz für die Seele. Wer offen ist für diese sehr spezielle Landschaft, wird hier glücklich sein können.  „Dreisessel – Der Hausberg von Haidmühle“ weiterlesen