Das Museum für historische Rundfunkempfänger in Bischofsreut [update]

… könnte Realität werden, wenn wir jetzt das Richtige tun.

Haidmühle hat derzeit die einmalige (ja wirklich, wenn wir jetzt nicht zugreifen, verlieren wir sie) Chance, in Bischofsreut ein Museum einzurichten, von denen es in Deutschland nur wenige, und im Bayerischen Wald gar keines gibt.

Foto: Joe Haupt
Foto: Joe Haupt

Voriges Jahr sind wir auf einen Mann gestoßen, der eine ganz besondere Sammlung historischer Radios, Fernseher und ähnlicher Geräte besitzt, deren Entstehungsdatum bis 1904 zurückreicht. Diese erstaunliche Sammlung von ca. 250 Geräten würde er uns zur Verfügung stellen, um damit ein Museum einzurichten.

Da diese Geräte nicht mehr hergestellt werden, die Menge der vorhandenen Geräte jedes Jahr durch Verlust oder Zerstörung kleiner wird, und die Anzahl der Leute, die solche Geräte überhaupt noch konstruieren könnten sinkt, hat diese erhaltenswerte Sammlung einen besonderen Wert.

Die Gemeinde würde die Sammlung kostenlos bekommen, der Sammler würde sogar das Museum einrichten helfen und betreiben. Haidmühle hätte keinerlei Kosten und würde im Gegenzug einen, in weitem Umkreis einmaligen Besuchermagneten bekommen. Wir könnten in dem Rahmen sogar ein „Institut zur Erforschung und Erhaltung historischer Empfangsgeräte“ gründen. Die Ideen gehen sogar so weit, in dem Museum ein Café einzurichten, das weitgehend im Stil der Epoche der Geräte eingerichtet würde (gemütlich!) und in dem man täglich Musik von den ebenfalls vorhandenen 1000 Schellack-Platten spielen könnte.

Die Frage ist nur, wohin damit?

radiosNachdem das schöne Schulhaus (oberhalb der Kirche) mittlerweile in einem schlimmen baulichen Zustand ist, kommt wohl nur das Gebäude in Frage, in dem die Sparkasse untergebracht ist. Das ist allerdings auch in einem beklagenswerten Zustand, aber es ist noch zu retten. Es soll wohl ohnehin saniert werden, aber damit enden die Fragen nicht. Wohin mit der Bibliothek (die nur einmal alle zwei Wochen geöffnet ist), und kann man einen anderen Ort für die Gegenstände finden, die in dem Gebäude gelagert sind?

Hier ist die Kreativität der Gemeinde gefordert. Das Museumsprojekt wurde allen Beteiligten vorgeschlagen, auch der Bürgermeisterin. Jetzt müssen nur noch die Weichen richtig gestellt werden, damit die Gemeinde diese Chance nicht verpasst.

Update vom 30.4.15:
Die Sache ist gestorben: Haidmühle wird das Museum nicht bekommen, die Gemeinde hat dagegen entschieden.

 

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11 Antworten auf „Das Museum für historische Rundfunkempfänger in Bischofsreut [update]“

  1. Noch zur Sache mit den Büchern: Nachdem ich ein Büchernarr bin, wäre ich dagegen eine Bibliothek aufzulösen. Im Gegenteil denke ich in einer Art Kulturzentrum verschiedene Aspekte wie z.B. auch Bücher mit anderen Ideen zusammenzufassen im Sinne von 1 +1 + 1 + 1 = 10.

  2. Ob das Radiomuseum funktionieren würde kann niemand echt voraussagen. Vor allem, wenn man es alleine für sich betrachtet sind die Chancen wohl eher gering. Wenn ich die Idee trotzdem für gut halte, dann auch wegen der Folgewirkungen die daraus entstehen könnten. Einige sind schon genannt wie historisches Café, Startpunkt für ein Repaircafé aber auch Zusammenlegung mit Kulamu-Museum, eine Art Kulturzentrum für Haidmühle, … Damit könnte ein größerer Komplex geschaffen und die Attraktivität für Besucher gesteigert werden.
    Übrigens: Sind wir nicht alle „Zuagroaste“, die einen kürzer, die anderen länger, manche sogar schon echt lang!

  3. Ich begrüße die Entscheidung des Gemeinderates auch. Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Leitung der Volksbücherei Bischofsreut innehabe, nein, es ist jedoch so, dass, meiner Meinung nach, so ein Projekt in Bischofsreut, oder auch Haidmühle, fehl am Platz ist.
    Fakt ist: es gibt im Ort bereits ein Museum, das Relikte aus der Vergangenheit ausstellt, die niemanden interessieren. Und das im übrigen von der Gemeinde noch immer beworben wir, obwohl es schon längst geschlossen ist und als Lagerraum für KuLaMu-Gegenstände genutzt wird.
    http://www.ostbayern-tourismus.de/Media/Attraktionen/Waldmuseum-Bischofsreut

    Brauchen wir wirklich ein weiteres solches Objekt? Nein, das hat unsere Gemeinde mal richtig erkannt!
    Wer wäre als Zielgruppe gedacht? Urlauber? Welche? Einheimische? Jugendliche haben definitiv kein Interesse an alten Radios, die interessiert nur ihr Smartphone, das alles andere ersetzt. Mittlere Altersgruppe? Wenn ich von mir aus gehe: kein Interesse. Rentner? Vielleicht einmal im Jahr anschauen und gut ist´s.
    Was wir hier brauchen, sind Arbeitsplätze und attraktive Objekte für Kinder und Jugendliche. Keine toten Gegenstände. Sorry, dass ich das so krass sage, aber es ist so.
    Auch für ein Café sehe ich hier keinen Bedarf, da diese Niesche bestens von der bereits bestehenden Gastronomie abgedeckt wird.
    Soweit meine Meinung, die sicher viele Gemeindebürger teilen.

    Liebe Grüße und ein Lob für die Aufmachung und Idee der Seite sendet Ihnen
    Katharina Schneider
    PS: wenn man sachlich argumentiert und hinter seiner Meinung steht, kann man ruhigen Gewissens mit seinem Namen unterschreiben 😉 😉 – auch meine Meinung!

  4. Beerdigen Sie das Radio-Museum und das Reparatur-Café nicht zu früh. Totgesagte leben länger. Private Initiative hat doch auch Vorteile. Es würde z.B. gut ins HNKKJ von Waldkirchen passen. Vielleicht gibt es dort Interesse und überhaupt wurde doch noch gar nicht nach weiteren leidenschaftlichen Mittuern Ausschau gehalten. Die Haltung der Gemeinde sehe ich eher sportlich. Ein Nachtreten à la „toosi“ finde ich allerdings menschlich ziemlich billig und überflüssig, es tut ja auch weh.
    Nach meiner Erfahrung kommt da immer etwas Besseres nach. Wer weiß, wofür das gut ist. Wenn die Sache dann glänzt, sagen wir vielleicht alle, gut dass Haidmühle damals nicht zugesagt hat.

  5. Lieber toosi,

    es kann schon sein, dass mein Vorschlag Schmarrn ist (ich bin ja nicht der Hellste), aber warum er das ist, wüsste ich gerne. Vielleicht gibt es ja gute sachliche Argumente dagegen.
    Und mit dem Makel, ein Zugroaster zu sein, muss ich leider leben. Ich hoffe auf Verständnis.

    Ich bin zwar nicht Ihrer Meinung, was das Museum anbelangt, verteidige aber Ihr Recht, dass Sie immer und überall Ihre Meinung sagen können. Auch hier. Das Haibischl steht jedem offen, der etwas mitzuteilen hat. Falls Sie mögen, geben ich Ihnen also einen Zugang und weise Sie ein.

    Zu Abschluß noch zum Radio-Museum: Hier ist das E-Mail, welches ich an die Bürgermeisterin geschickt habe. Es erklärt, warum ich was davon halte:


    Sehr geehrte Frau Fenzl,

    ich sprach vorige Woche mit Johannes Jung über das Projekt „Radio-Museum“.
    Er sagte, zu Recht, dass keine Informationen vorliegen, nach denen man über ein Für oder Wider entscheiden könne.

    Hier kommen also welche:

    Über die Sammlung
    Es sind zirka 250 Geräte aus der Zeit zwischen 1904 und zirka 1960. Radios, Fernseher, Walzen-, Band-, und Plattenspieler sowie weitere Geräte.
    Dazu allerlei Zubehör, wie zirka 1000 Schellack-Platten und Dokumentationen.
    Zahlreiche Stücke sind sehr selten und wertvoll.

    Der Sammler
    … ist Herr [….]. Er würde das Museum einrichten, betreuen, die Geräte warten, etc.
    Nach seinem Tode würde die Sammlung in den Besitz der Gemeinde übergehen. Er würde nach Haidmühle ziehen (ein Einwohner mehr :-).

    Platzbedarf
    Als wir in Johannes‘ Büro saßen, überlegten wir, dass pro Wandfläche neun Geräte auf Regalen unterzubringen wären.
    Ich schätze, das Büro hat eine Fläche von zirka 16 qm und 4 Wände, d. h. man könnte darin etwa 36 Geräte unterbringen
    (Fenster und Türe lasse ich außer acht). Für alle 250 Geräte käme man also auf eine grob geschätzte Fläche von 111 qm.

    Ich kann den Platzbedarf nur „Pi mal Daumen“ schätzen. Von den sehr kleinen Geräten kann man sicher mehr pro Wand unterbringen,
    von den großen Truhen wenige. Außerdem sollen sich die Besucher ja auch noch bewegen können.

    Dazu kommt, dass Herr [….] ein Elektronik-Labor einrichten würde, in dem er die Geräte wartet. Das braucht sicher auch 12 bis 16 qm.
    Herr [….] schätzt den Platzbedarf insgesamt auf zirka 250 qm. Es kann aber auch sein, dass man
    mit 150 qm auskommt – man müsste das Ganze ausprobieren.
    Außerdem braucht man ja Platz für die Exponate des gegenwärtigen Heimatmuseums
    (die man mit dem Radiomuseum verschmelzen könnte, es sind ja Sachen aus der gleichen Zeit).

    Nutzen
    Johannes zweifelt, ob das Museum gut besucht würde. Da ist was dran. Alleine stehend würde es sicher bald langweilig.
    Deshalb folgende Ideen:

    – Ein Museums-Cafe (eingerichtet im Stil der z. B. 40er Jahre) würde sich anbieten. Nutzen: Wir hätten endlich ein Cafe für die Bevölkerung.
    Und wir würden Durchfahrenden einen Grund geben, in der Gemeinde anzuhalten (und Geld auszugeben).

    – Ein Schild am Straßenrand: „Besuchen Sie unser gemütliches Museums-Cafe. Wir spielen Musik von historischen Schellack-Platten!“ Wer da nicht anhält…

    – Durch das Elektronik-Labor hätten wir auch ein Reparatur-Cafe am Ort (Beispiel: http://www.repaircafemainz.de/)

    – Wir würden das „Institut zur Erforschung und Erhaltung historischer Rundfunkempfänger“ gründen. Macht sich gut.

    – Vielleicht auch einen Förderverein.

    – Haidmühle hätte etwas, das Touristen aus umliegenden Gemeinden bei schlechtem Wetter (wenn man nicht wandern mag) zu uns locken würde.

    – Die PNP würde darüber berichten und damit für uns werben.

    Bitte lassen Sie mich bald wissen, ob Haidmühle an dem Museum interessiert ist. Ich werde ansonsten eine andere Gemeinde finden müssen.

    Viele Grüße

    Uwe Kremmin

  6. Haidmühle wird das Museum nicht bekommen, die Gemeinde hat dagegen entschieden.

    UND DAS IST GUT SO!!!

    Nicht jeder Schmarrn den ein Zuagroaster vorschlägt und glaubt das sei das Allheilmittel
    für die Gemeinde muss umgesetzt werden.
    Hier hat die Vernunft der Gemeinderäte gesiegt.

  7. Tolle Sache mit dem Radio-Museum! Und gleich ein Reparatur-Café dazu, um nachhaltig dem geplanten Verfall heutiger Produkte entgegenzuwirken, super. Wie wäre es, wenn die Impulsgeber einfach per Annonce im Gemeindeblatt Räumlichkeiten suchen? Es gibt vielleicht jemand, der Freude an dem Projekt hätte und einen geeigneten Raum. Warum nicht in Privatinitiative? Das könnte ein schöner Treffpunkt sein und wir könnten dann tatsächlich etwas bewirken: Menschen würden wieder zurückfinden zu dem was sie wirklich brauchen und vielleicht weniger blind konsumieren. Und gleichzeitig gemeinsam viel mehr Freude haben.

  8. Ich halte diese Museumsidee für ganz hervorragend! Noch dazu wo im Prinzip Geräte, Schallplatten und ein Kurator bereits zur Verfügung stehen. D.h. für die Gemeinde wird mit minimalen Kosten ein großer Mehrwert geschaffen. Wir sollten alles tun um Haidmühle attraktiver zu machen (siehe auch Aktionen zur Dorfentwicklung mit den diversen Arbeitskreisen) und dieses Museum wäre eine großartige Bereicherung!

  9. Jawohl! Bücher raus – Radios rein! Dann rührt sich wenigstens was in dem alten Kasten! Ich wohne gegenüber der angedachten Räumlichkeiten und werde den regen Puplikumsverkehr beobachten 😀

  10. Gut möglich dass die Sache abgewürgt wird. Ich habe gehört, dass jemand in der gemeinde mal wieder blockiert. Oh Mann! 🙁

  11. Ja, das wäre doch wirklich eine tolle Sache. Diese Geräte haben nicht nur ein Innenleben, sondern auch ein eigenes Leben, selbst wenn sie defekt sind. Und sie lassen sich fast immer reparieren, das ist beim heutigen neuwertigen Schrott mit eingebauter Obsoleszenz nicht gegeben. Die alten Geräte sind etwas fürs Herz und machen Technik begreifbar. Und dabei ein Kaffee wäre auch nicht schlecht. Solch ein Angebot kommt so schnell nicht wieder. Zugreifen, liebe Gemeinde Haidmühle!

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