Das Veranstaltungs-Dilemma – Beteiligung sinkt

Wir alle kennen das Problem: da besucht man eine Veranstaltung oder beteiligt sich gar selber an der Ausrichtung, und dann kommt (fast) keiner dazu und drängt dem Fest, der Party, der Einweihung, der Wanderung, dem Vortrag oder dem Spiel den Stempel „fad“, „öde“, „langweilig“, ja gar „überflüssig“ auf.

Die Landratswanderung auf dem Bischofsreuter Flursteig jedoch war bestens besucht, an die 100 gut gelaunte Teilnehmer waren dabei!

Dem ist aber nicht immer so, eher das Gegenteil ist die Regel.Hier das Bild einer geführten Wanderung eine Woche später:

Bayern Netz Natur
Viehwoid-Rast

Es handelt sich um die offizielle Bayern-Netz-Natur-Führung, zu der die Regierung von Niederbayern, vor Ort vertreten von Werner Simmet von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts, überregional eingeladen hatte. Rechnet man die Experten von FNL und Herrn Simmet weg, dann nahmen daran (mit mir) nur sieben Persönchen teil! Und das bei gleichem Hochsommerwetter, auf dem gleichen Flursteig, halt an einem Samstag.

 

Woran liegt`s? Beide Wanderungen waren auch von Bedeutung für die Gemeinde, als Werbung für die wenig genutzten Kulamu-Steige und als Mittel der Kontaktpflege zu maßgeblichen Behörden.

Die Veranstaltung um unseren Landrat Sebastian Gruber war halt mehr „Show“ mit eingestreuten Kulamu-Theaterszenen unterwegs, im Gefolge etliche Landratsamtsbedienstete, auch die Bürgermeister Eibl, Knaus und Fenzl mit Gefolge (siehe Bild). Viele auswärtige Teilnehmer also, aber trotzdem waren relativ wenige Gemeindebürger dabei.

Bei der fachlichen Führung gings doch mehr um die Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Hier leider keinerlei Beteiligung seitens der Gemeinde. Das geht eigentlich so nicht, gehörte das doch zum Paket der Auszeichnung UN-Dekade biologische Vielfalt!? Von privater Beteiligung ganz zu schweigen.

 

Auch kann ich beispielhaft das

  • „Ankneippen“ des Bischofsreuter Kneippvereins und das
  • Sommerpicknick des BN in Haidmühle nennen. Beide fanden  aufeinenderfolgend statt, mit Getränkeversorgung, Kaffee und Kuchen und nettem Rahmenprogramm.
  • Anna-Kirta, Kindergartenfest und und und…

Man hat es ja schon so manches Mal gehört, das Wort von der sterbenden Gemeinde, und schön ist es ja auch nicht, aber irgendwo muss man der Wahrheit schon ins Gesicht schauen. Den demographischen Wandel kann man ja nicht wegreden, der trägt schon auch dazu bei, dass die Tische, Stände und Wege so oft leer bleiben. Aber nur Schwarzmalerei bringt auch nichts, heißt, wir müssen nach positiven Ansätzen suchen:

  • Terminabstimmung ist enorm wichtig: klingt einfach, ist es aber sicher nicht. Wenn sich aber die Veranstalter gegenseitig die Leute wegnehmen, wird’s furchtbar. M.M. müssen ALLE Termine (auch Vereinsausflüge, externe Veranstaltungen auf Gemeindegebiet usw.) sorgfältig in einem gemeindlich zentralen Kalender abgestimmt werden. Ob das über das Vereineforum, die Tourist-Info oder von dritter  Hand abgewickelt wird, weiß ich nicht. Aber es ist von zentraler Bedeutung und gehört in gemeindliche Hände. Einiges ist heuer schon schief gegangen.
  • Zusammenarbeit:
    Kneipp + Bund Naturschutz
    BN-Picknick 2017

    Sehr gut geglückt ist die heuer erstmalige gegenseitige Hilfe von Kneipp und BN! Der Kneipp-Verein hat auf Nachfrage der Bund Naturschutz-Kreisgruppe FRG das Catering bei deren Picknick übernommen, sich ein paar Euro verdient und einen Gegenbesuch beim eigenen Kneippfest erhalten. Denke das ist vorbildlich und bleibt bestehen.

  • Werbung: wer was verkaufen will (und sei es nur eine gemütliche Sitzweil), der muss es auch anpreisen. Aber fragens mich nicht wie und wo, das ist mir zu hoch. Man glaubt es kaum: eine Vielzahl geeigneter Medien schwirrt durch die Gemeinde, etwa PNP, Haidmühler Gemeindeblatt, Bischofsreuter Nachrichten, Anschlagstellen für Plakate, und sowieso das Internet in vielen Variationen. Sicher sind die traditionellen Medien und Aushangplätze vor Ort weiterhin sinnvoll, aber am „WWW“ kommt man nicht mehr vorbei. Wir wolltens mal auf Haibischl versuchen, aber da ist z.B.  Kathis Facebook-Seite viel besser geeignet. Einige Vereine haben eigene Internet-Seiten, aber damit beglücken sie sich i.d.R. auch nur selber. Es fehlt eine übersichtliche Gemeindeseite mit eben einer zentralen Terminübersicht, dazu stehe ich.
  • Einladung: Gäste kann man sich auch aktiv einladen! Wer weiß, ob nicht auch mal die Arbeitskollegen oder Bekannte dankbar für einen guten Tipp zu einer besonderen Veranstaltung auf dem Land! Bin mal für morgen gespannt: wir haben die Kindergruppe des Landesbund für Vogelschutz zum Kindernachmittag am Volksfest geladen – sie wollen gerne kommen! So kann man auch mal in persönlichen Kontakt mit Vertretern des mit größten Flächenbesitzers in der Gemeinde kommen. Und mehr Kinder = mehr Spaß für alle!

Beitrag wird fortgesetzt, wenn mir wieder was einfällt..

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Eine Antwort auf „Das Veranstaltungs-Dilemma – Beteiligung sinkt“

  1. Martin, danke für diesen Bericht! Dein Einsatz und deine Ideen sind da echt wertvoll! Ich hoffe sie werden auch von „höherer Stelle“ gewürdigt und aufgenommen!

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