Der Ring des Nibelungen – Werkseinführung

Nach Jesus Christus ist Richard Wagner der Mensch, über den die meisten Bücher geschrieben wurden. Das muß einen Grund haben.

Richard Wagner war ein genialer (hier passt das Wort ausnahmsweise) Komponist. Was er an Drama, Emotion, Handlung und Wucht bietet, ist wirklich unglaublich (von Wagner zehrt die Filmmusik noch heute).  Seine Opern gehören zu den beeindruckensten Kunstwerken, die die westliche Kultur hervorgebracht hat.

Aber…

Wagners Opern zu hören ist für den Einsteiger nicht leicht. Als ehemaliger Freund von Popmusik war ich beim ersten Anhören von „Der Ring des Nibelungen“ (meiner heutigen Lieblingsoper) gelangweilt von der Handlung, ermüdet von der Länge (alle vier Teile zusammen dauern 15 Stunden) und genervt vom Gesang.
Erst als ich 2009 den „Lohengrin“ live sah, fiel der Groschen für Wagner.

Da ist zum Einen die Musik…

Das ungeübte Gehirn tut sich schwer mit klassischer Musik – es kann sie nur schwer verarbeiten. So wie einem ungeübten Arm die Kraft fehlt, eine schwere Hantel zu heben, fehlt ihm wohl die Rechenleistung, um an klassischer Musik Spaß zu haben.
Joseph Ratzinger (ehemals Papst) setzte 1999 noch eins drauf: „Die [klassiche Musik] hat sich sich in ein elitäres Ghetto hineinmanövriert, in das nur Spezialisten eintreten mögen (…). Die Musik der Massen hat sich davon gelöst und geht einen ganz anderen Weg. Da ist zum einen die Popmusik, die freilich nicht mehr vom ,Volk‘ (Pop) im alten Sinne getragen, sondern dem Phänomen der Masse zugeordnet ist, industriell hergestellt wird und letztlich als Kult des Banalen bezeichnet werden muss.“
Da muß man erst einmal herauswachsen…

Und dann der Text!

(Ich kenne tatsächlich jemanden, immerhin einen gebildeten Professor der Chirurgie in Regensburg, der sagt, Wagners Opern wären ohne Text besser. So ein Unsinn.)

Wer die Hürde „Musik“ überwunden hat, muss sich noch dem Text stellen. Hier helfen Bücher, wie das sehr empfehlenswerte über den „Ring“ von Peter Wapnewski, oder das auch recht kundige, aber heiterere, von Henscheid. Wer die Handlung versteht, die psychologische Lage der Personen, Freude an der etwas altertümlichen Sprache (von Wagner bewusst gewählt) entwickelt, der kann durchaus an den Punkt kommen, sich zu ärgern, nicht früher darauf gestoßen zu sein.

Gegen Ende diesen Monats gebe ich in kleinem Kreise eine Werkseinführung zum „Ring“. Bei grundsätzlichem Interesse bitte anmelden.
Ort und genaue Zeit gebe ich dann bekannt.

Infos zum Titelbild:
https://en.wikipedia.org/wiki/File:B%C3%BChnenbildentwurf_Rheingold.JPG

 

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