Die Bischofsreuter Viehwoid – ein einzigartiges Juwel

Die Bischofsreuter Viewoid ist als eine der allerletzten Wacholderheiden des Bayerischen Waldes einzigartig in der Region und hat eine landesweite Bedeutung für die Artenvielfalt. Die Viewoid ist das letzte kleine Fleckerl der ehemaligen Gemeindeweide, auf der die Bischofsreuter Bauern gemeinschaftlich ihr Vieh auftrieben. Neben der Arnika, der Silberdistel und dem Wacholder gibt es noch eine Vielzahl weiterer seltener und bedrohter Arten, wie z.B. das Katzenpfötchen, das mittlerweile im Bayerischen Wald kaum noch zu finden ist.

Bischofsreut_ViehwoidEtwas ganz besonderes ist das Weißzüngel, eine kleine unscheinbare Orchidee, die in Bayern außerhalb der Alpen nur noch am Arber mit wenigen Exemplaren vorkommt.
Damit die Viehwoid nicht völlig zuwächst wird sie seit etwa 1998 im Rahmen der „Bischofsreuter Waldhufen“ mit den anspruchslosen Isländer Pferden beweidet. Zwischen 1997 und 2005 wurden Fichten entnommen und die Fläche um ein Stück erweitert. Fast jedes Jahr werden mit dem Freischneider die Sträucher und Büsche entfernt, die nicht von den Pferden gefressen werden.

Vor vielen Jahren wurde die Gemeindeweide von einem Spekulanten gekauft. Er vererbte das Grundstück an seine Tochter, die dann nach Hongkong und Paris zog. In letzter Zeit wurde die Fläche von einem Rechtsanwalt verwaltet, der die Fläche zum Verkauf anbot. Die Fläche wurde vom Bund Naturschutz über dessen Initative „Grünes Band Deutschland“ angekauft.

Die Viehwoid in Bischofsreut wird von den Bürgern immer noch vielfältig genutzt: Es werden Schwammerl und Schwarzbeeren gesammelt und auch das alljährliche Sonnwendfeuer wird am Rand der Wacholderheide entzündet. Der Bund Naturschutz versichert, dass all diese traditionellen Nutzungen auch weiterhin Bestand haben. Also keine Sorge: Die Viehwoid kann von den Bürgern auch weiterhin genutzt werden!

Im Laufe des Herbst und des Winters werden nun lange aufgeschobene Artenhilfsmaßnahmen durchgeführt. Zum einen werden nach langer Zeit wieder einmal Fichten und Birken entnommen. Bei einer gemeinsamen Begehung mit Herrn Kleyn vom Bund Naturschutz wurden die Fichten vom zuständigen Revierförster Herrn Eckert vor allem nach waldbaulichen Gesichtspunkten ausgezeichnet.

Weiterhin wurde der hohe Birkenwald entlang der Straße von Ortsansässigen ausgedünnt und somit die Schattenwirkung auf die Wacholderheide verringert. Außerdem wurden zwei, von der Regierung von Niederbayern beauftragte, Botaniker aktiv. Als spezielle Artenhilfsmaßnahme für das Weißzüngel mähten sie nach Abschluss der Beweidung an verschiedenen Stellen die Beersträucher kleinflächig aus. Damit hat die Orchidee die Chance, sich wieder auf der gesamten Weide auszubreiten.

All diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Artenvielfalt zu fördern und die Viehwoid Schritt für Schritt zu vergrößern. Somit bleibt in Bischofsreut ein einzigartiges Juwel des Bayerischen Waldes auch für nachfolgende Generationen erhalten.

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