Froschkonzert = Wunschkonzert für die Artenvielfalt

Jedes Frühjahr kommen die Frösche aus weitem Umkreis an einem geeigneten Teich oder Tümpel zusammen und feiern Hochzeit. Es ist ein turbulentes Spektakel, das man einfach mal gesehen haben muss – die erste lautstarke Naturparty des Frühjahrs, ein Froschkonzert halt!Heuer sind sie wegen der milden Temperaturen schon recht früh dran, und auch relativ zahlreich, darum habe ich das Bild gemacht.

Da sind gleichzeitig an die 20 Grasfrösche zu sehen, das scheint mir ein gutes Zeichen zu sein. Jahrelang konnte ich nur einzelne Tiere beim Laichgeschäft beobachten, mit entsprechend wenigen gallertartigen Laichklumpen als Ergebnis. Heuer aber sind sie wieder zu Dutzenden, ja Hunderten da, und das hört und sieht man auch!

Früher war das normal, an fast jeder Schwemm hat es Froschansammlungen gegeben – die wurden sogar bis vor wenigen Jahrzehnten kulinarisch genutzt… aber das war grausam und ist lange vorbei. Das Problem liegt wohl ganz woanders: es gibt fast keine Schwemmen, oder halt passende Tümpel mehr! Die Amphibien brauchen unbedingt flache, vergraste und stehende Wasserflächen, die sich durch gute Besonnung stark erwärmen können, aber auch nicht austrocknen. Da waren halt die vom Hausgrand gespeisten Tümpel, versehen mit den Hausabwässern, ideal. Oder halt Sumpfgebiete, aber die sind auch fast alle weg. Das wird alles sicher nicht mehr so wie früher, klar.

Das Artenhilfsprogramm Kreuzotterschutz in Haidmühle!

Dieses vom Kulamu-Förderverein initiierte Programm verfolgt das Ziel, vor Ort einige abgestimmte Maßnahmen für den Artenschutz durchzuführen. Das Wappentier Kreuzotter wurde hierbei auch bewusst als „Wachmacher“ eingesetzt, sie zählt halt nicht unbedingt zu den Kuscheltieren, aber gehört auch in unsere Kulturlandschaft, neben vielen anderen bedrohten Pflanzen und Tieren!

Im Rahmen des Förderprogramms werden als eine wesentliche Maßnahme Gelder für die Schaffung von solchen Tümpeln bereitgestellt.

Bemerkenswert, dass hier einige Interessengruppen im Sinne der Sache an einem Strang ziehen! Viele Privatpersonen, Naturschutzverbände und Eigentümer, hier seien wesentlich die Bayerischen Staatsforsten genannt, stehen dem Projekt positiv gegenüber und werden es unterstützen.

Die Grasfrösche, und da gerade die kleinen Jungtiere, stellen eines der wichtigsten Beutetiere der kleinen Kreuzottern dar. Wer schon mal eine 12cm lange Schlange gesehen hat, wird verstehen, dass die noch keine Maus verschlingen kann, wohl aber einen 1cm langen Jungfrosch!

Und trotzdem werden die Schlangen durch solche gezielten Maßnahmen nicht schlagartig mehr, es wird nur ihr Bestand und der vieler weiterer vom Aussterben bedrohter Arten gesichert. Tierarten, die auf derartige ökologische Nischen angewiesen sind, da gehören zum Beispiel auch die vielen Libellenarten dazu, (für uns) nützliche Insektenvertilger sind das obendrein.

Am Lebensraum vom Frosch und Schlange schauen nebenher noch viele andere Beutegreifer wie Iltis, Reiher oder Bussard vorbei, und die nehmen beide gerne als Beute..  Man könnte die ökologischen Zusammenhänge noch ewig weiterspinnen, aber da fehlt mir die Fachkompetenz.

Wichtig ist nur: locker bleiben! Das Artenhilfsprogramm Kreuzotter hilft beileibe nicht nur der Schlange, sondern einer Vielzahl von Lebewesen, und diesen müssen wir helfen, um unser selbst Willen. Zu viel geht sonst verloren, wir sind (noch) nicht allein auf der Welt!

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