Grüne Schlangen in Haidmühle? Adler in Bischofsreut? Ja das gibt’s!

So Hallo,
hier für alle Naturfreunde eine kurze Vorinfo:

In dieser Rubrik möchten wir über so manche natürliche Besonderheit in unserer Gemeinde berichten und durch stetige Beiträge Euer Interesse wecken an unserer schönen Umgebung und Natur. Die Beiträge werden meist von Laien (also auch mir) geschrieben, weshalb wohl immer etwas Wahrheit, auch mal ein wenig Spaß, aber nie die letzte Weisheit drin vorkommen wird! Gerne dürfen Biologen, Jäger, Fischer, Naturschützer und sonstiges Gschwerl auch mal was richtigstellen und ergänzen, aber Vorsicht: reine Besserwisser und Heimlichtuer brauchma net!

Ein Ziel ist es ausserdem, frisches Material für ähnliche Beiträge von Euch zu kriegen, wenn Ihr also aus der hiesigen Tier- und Pflanzenwelt was beobachtet habt oder wisst, dann nix wie her damit! Beweisende  Bilder sind natürlich heiss begehrt – aber die fehlen auch mir oft wegen der spontanen Erlebnisse!

Fang ma mal mit einem Titelbeispiel an:

– Grün schimmernde Schlange in Haidmühle mit fast einem Meter Länge? Yes. Letzten Sommer vom langsam fahrenden Auto aus gesichtet auf einem Weg in der Nähe vom Ponyhof! Erst dachten wir, da liegt ein Pferdestrick, aber dann bin ich stehengeblieben und zurück, und das Ding war tatsächlich eine lebende Schlange, die sich jetzt langsam ins Gebüsch verzog! Ich erkenne normalerweise Ringelnattern und die in vielen Farbvarianten hier lebendenden Kreuzottern, aber das Ding war ganz anders – wahrscheinlich eine Äskulapnatter, die eigentlich im warmen Donautal vorkommt. Habe mir sagen lassen, dass diese und andere wärmeliebende Tiere möglicherweise über Jahre die grob geschotterten Bahntrassen als Wanderhilfe genutzt haben. Diese heizen sich im Sommer stark auf, bieten durchgängigen Schutz und Geleit, auch aus Passsau her! Und der Klimawandel tut sein übriges. Leider kein Bild geglückt – hat jemand eines? Oder warten wir den Frühsommer ab und gehen auf Schlangenjagd?

Ach ja: ich bin in dem Verständnis aufgewachsen, daß nur eine tote Schlange eine gute Schlange ist. Und eine  Schlange ist es, wenn das Vieh schlängelt, also langgestreckter Körper, keine Beine. Früh aber haben wir schon große Regenwürmer und Blindschleichen verschont, die einen kannte man vom Fischen und die anderen lagen oft so langweilig unter Holzscheiten, daß man sie gut beobachten und erkennen konnte. Es wurde aber so manche Ringelnatter oder Kreuzotter erschlagen oder gesteinigt. Wir stöberten öfter mal eine auf, etwa beim Schwammersuchen oder beim Spielen am Wasser, weil sonnige Waldränder und Bachufer halt zu den bevorzugten Lebensräumen dieser Reptilien zählen. Heute mag ich immer noch keine am Haus, im Garten oder bei den Hütten. Ob ich sie töte, sag ich nicht. Hängt von der Größe und dem eingejagten Schrecken ab, ist ein emotionales Problem.

Man kann ab und an auch mal eine fangen mit Kescher oder Eimer, oder sie kommen nach der ersten Sichtung nicht mehr. Meist sind es kleine Tiere von 12-40cm Länge, die großen sind sehr selten und so gut wie nie in Menschennähe zu finden, ist meine Erfahrung. Auch Hühner oder Schafe mögen sie gar nicht. Komischerweise machen mir heute auch richtig große Kreuzottern  in freier Wildbahn nichts mehr, ausser dem kurzen Schrecken. Habe die letzte vor drei Jahren ein paar mal hinter dem Nicklashaus gesehen, siehe Bild.

schlangenWar aber auch nur ca. 60cm lang. Leider spurlos verschwunden!

Auch im Schnellenzipf, einem deutschlandweit beachteten Habitat der Kreuzotter, muß man sich auskennen und lange suchen, um eine zu sehen. Sie sind so selten, man sollte sie verschonen! Ringelnattern lassen sich schon häufiger sichten an warmen Gewässern. Sie schwimmen gerne, und sind dann leicht zu entdecken.

Auf der Viehweide soll es eine weitere neue Schlangenart geben, die Schlingnatter. Die sieht farblich ähnlich wie eine gezackte graue/braune Kreuzotter aus, ist aber ungiftig. Ein Beweisfoto fehlt auch noch.

Und noch eins: die meisten Beobachtungen habe ich zufällig und von Wegen aus gemacht, interessierte Verrückte sollten an sonnigen Tagen ab Mittag unsere Flursteige nutzen und sich Zeit lassen. Querfeldein bringt gar nichts. Kamera mitnehmen!

Der Adler kommt demnächst, auch mein ureigenes Erlebnis…was interessiert uns da der Wolf vom Rottal!?

Letzter Akt: Was ist das für ein Tier im Titelbild?

Kleiner Tipp: es ist nicht der Gockel vom Walter ..

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4 Antworten auf „Grüne Schlangen in Haidmühle? Adler in Bischofsreut? Ja das gibt’s!“

  1. Hallo Monika,

    danke für die Info.

    Ihre Aussage, dass das Gift einer Kreuzotter nur eine Maus tötet, kann ich aber so nicht unkommentiert stehen lassen!

    Bitte mal selbst recherchieren (das Internet und Fachbücher sind voll von anderen Infos) denn diese Aussage ist leider mehr als verharmlosend.

    Das „Augen offen halten“ ist wohl etwas blauäugig. Wenn Sie meine Gedanken dazu richtig gelesen haben, dann gibt es genügend Situationen, in denen ich auf Grund fehlenden Verdachtes gar nicht die Augen offen halten KANN!

    Und unsere Kinder (einige sehe ich regelmäßig unterhalb unseres Gartens in den Wald laufen) werden sicher auch nicht „die Augen offen halten“, da sind wir oft ja schon froh, wenn das beim Überqueren der Straße klappt.

    Ich bin nicht für Panikmache, beileibe nicht, aber naives Verharmlosen ist ebenso falsch!

    Mit freundlichen Grüßen
    Ilka W.

    PS: Kinder und ältere Menschen sind sehr wohl gefährdet, Hunde im übrigen auch.

  2. Sehr cool, dass die Artikel doch mal gelesen werden – das war einer meiner ersten! Aber zum Thema: im heurigen warmen Sommer waren die Schlangen sehr aktiv, wir hatten einige Ringelnattern am Hausweiher, und sogar eine Kreuzotter sehr nah am Haus – sogar zu nah, ums gut zu heissen! Es ist halt auch bei mir so, auf der Terrasse keine Giftschlangen, und auch bei ungiftigen ist der Schrecken nicht zu verachten, wenn man grad hinlangt oder so. Aber meine Erfahrung ist so: wenn man den Tieren zeigt, dass sie genau da nicht willkommen sind, dann hauen sie auch ab und kommen nicht mehr. Problem Holzstoß: das Holz liegt ja oft lange zum Trocknen, mit vielen Schlupfmöglichkeiten. Da kann sich schon mal eine heimisch fühlen. Abbau mit Gepolter wirkt, jede Erschütterung wirkt und vertreibt die Tiere. Wichtig auch, Ringelnattern tun nichts und sind ungiftig. Und die Kreuzottern tun auch nichts, sie wollen ihre Ruhe und keinen Ärger. Zwei Katzen wurden bei uns schon gebissen, eine ins Vorderbein (das war sofort 3-mal so dick) und eine sogar in die Nase. Aber nicht am Haus, sondern beim Jagen etwas ausserhalb. Beiden haben es ohne ärztl. Versorgung überlebt, letztere aber war einen Tag schwer apathisch.
    Was tun? Nix, halt etwas aufpassen an Schlupfwinkeln, wo auch Mäuse und deren Nester sein könnten. Es hat bei uns bestimmt noch nie eine Aussetz-Aktion gegeben!! Umsiedelung ja, da war mal ein lange leerstehendes Haus im Schnellenzipf betroffen, das die Schlangen als Winterquartier nutzen wollten, es hatte sich nahezu der gesamte Bestand eingefunden – an die 70 Stück! Die wurden gerettet, als der neue Besitzer Alarm schlug. Sie überwintern jetzt nicht weit davon, und keiner merkts..

  3. Es gab mal eine Aufklärungsversammlung in Bischofsreut über das Thema. Das Gift einer Kreuzotter reicht aus um eine Maus zu töten. Mehr nicht. Auch unser Hund wurde mal gebissen,Der lag zwei Tage mit geschwollenem Bein flach sonst nix..
    Sicher ist das nicht angenehm aber für einen gesunden Menschen nicht gefährlich. Nur ist manchmal der Schreck “ mich hat eine Schlange gebissen “ schlimmer als die Wirkung des Giftes.
    Auswilderungen gab es nicht, wurde damals gesagt.
    Etwas die Augen aufhalten an gefährdeten Stellen und vielleicht nicht grad barfuß dort rumlaufen.

  4. Nun, bislang habe ich mich mit Schlangen wenig beschäftigt, da im Münchner Raum oder gar meiner ursprünglichen Herkunftsstadt Berlin eigentlich nicht mit einem Zusammentreffen zu rechnen ist. Hier in hörte ich nur wage Infos und „Ammenmärchen“ (oder doch einige Fünkchen Wahrheit?), bis kürzlich unser Hund Rasmo im eigenen Garten von einer Kreuzotter gebissen wurde. Kurz vor knapp und mit Volldampf-Transport zum Tierarzt hat er´s geschafft, aber mittlerweile sehe ich die Situation durchwachsen. Ans Holzlager gehe ich nur noch mit vorhergehendem „Anklopfen“ und hoffe inständig, dass die evtl. dort befindliche Kreuzotter weiss, wie sie sich laut angelesenem „Verhaltenskodex“ aus Internet und Büchern zu verhalten hat. Wenn ich höre, dass sich bei anderen hier im Ort bereits Kreuzottern im Flur des Hauses bzw. im Gewächshaus fanden, läuft es mir kalt den Rücken herunter, denn was, wenn das Tier sich an einem so abstrusen, für Schlangen ungewöhnlichen Ort befindet und man nicht damit rechnen kann? Kreuzottern beißen bei Bedrohung und Angst, wenn sie sich in die Enge grtieben fühlt, ok, das ist klar… Aber wieviele Eckchen befinden sich in einem Haus, Garten, Garage, Lager etc.? Schlecht einsehbar und vollgestellt mit Dingen, die man mal eben griffbereit benötigt. Nuja…ein Griff ins Eck und…? Ich bin nicht dafür, Tötungsaktionen durchzuführen, wie sie vor Jahrzehnten angesagt waren, aber wenn ich höre, dass es gar Auswilderungsaktionen gab, frage ich mich, wer dies wieder in seinem Öko-Müslischüssel-Hirn ausgebrütet hat. Und dieses Gerücht, wenn auch nicht fundiert bestätigt, hält sich aus unterschiedlichsten Quellen hartnäckig. Hat vielleicht jemand in dieser Runde Infos bzw. Ideen, mit dieser leisen, wenn auch an sich seltenen Bedrohung umzugehen? Was, wenn es mal keinen Hund, sondern ein Kind trifft?…

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