Haidmühler Messeauftritt in Budweis

In der südböhmischen Stadt Budweis (tschechisch České Budějovice) fand am 28. und 29. April zum wiederholten Male eine Freizeit- und Tourismusmesse statt, der sogenannte „Südböhmische Kompass“.
Nachdem das KuLaMu mit dem Fördervereinsvorsitzenden Michael Sellner dort bereits seit einigen Jahren vertreten ist, bekam er heuer Unterstützung durch Touristikerin Kerstin Ebersberger. Haidmühle wurde mit einem gemeinsamen Messestand bestens präsentiert.

„Exklusiv“ für die Haibischl-Leser schildert Michael Sellner den Messeauftritt:

„Alle Jahre wieder freue ich mich auf die Reise nach Budweis, denn die südböhmische Metropole mit seinen knapp 100.000 Einwohnern ist eine lebhafte Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und hat weit mehr zu bieten als das „Budvar“, das bekannte Bier aus einer der weltgrößten Brauereien.
Umso schöner, dass sich die Gemeinde diesmal entschlossen hatte, an der Marketingaktion teilzunehmen, und so hatte ich mit Kerstin Ebersberger von der Gemeindeverwaltung eine nette und angenehme Begleitung. Für Kerstin war es der erste Besuch in Budweis, und daher haben wir die Messearbeit mit dem „Vergnügen“ verknüpft und uns in der freien Zeit die Stadt und ihre reizvolle Umgebung eingehend angeschaut.
Einen erster Zwischenstopp legten wir wenige Kilometer von Budweis entfernt in Hluboka nad Vltavou ein und besichtigten das gleichnamige Schloss Hluboka (deutsch Frauenberg), eines der schönsten und imposantesten Schlösser in ganz Böhmen. Nur warme Kleidung sollte man dabei haben für die Besichtigung der Räumlichkeiten, nach einer Stunde Führung durch die einzelnen prunkvollen, aber gänzlich unbeheizten Säle eilten Kerstin und ich zu Eiszapfen gefroren zum Auto.
Nach dem Einchecken im Hotel Zvon (deutsch Glocke) direkt am zentralen Hauptplatz von Budweis gelegen haben wir dann den ganzen Krimskrams im Messezentrum Metropol verstaut, den Messestand vorbereitet, und ich musste feststellen, dass diesmal das „Arberland“ nicht mit einer Arbergondel vertreten war und auch das „Passauer Land“ war nicht aufzufinden. Macht nichts, dadurch hatten wir mit unserem „KuLaMu-Haidmühle“-Stand heuer ein „Alleinstellungsmerkmal“, lediglich die Ilztalbahn (ITB) war noch mit anzutreffen. Kerstins „Dirndl-Look“ am nächsten Tag war übrigens auch ein „bayerisches Alleinstellungsmerkmal“, mit dem die Herren von der ITB nicht mithalten konnten….
Am nächsten Tag war vormittags noch Zeit, auf den 72m hohen „Schwarzen Turm“ zu steigen und die Aussicht auf die historische Altstadt zu genießen, vorausgesetzt, man bewältigt die 225 Stufen bis nach oben. „Schwarze Türme“ gibt es ja einige in Tschechien, zum Beispiel auch in Klatovy (Klattau); der Begriff hat sich in unserem Nachbarland mal so eingebürgert für Türme, die etwas verwahrlost sind, was aber für den Budweiser Turm mittlerweile nicht mehr gilt, denn er ist zu einer der bekanntesten Tourismusattraktionen der Stadt geworden.

In der Nikolaus-Kathedrale nebenan fand am Donnerstagmorgen auch ein gutbesuchter Gottesdienst statt. Ich erwähne das deswegen, weil es in Tschechien, speziell in Südböhmen mittlerweile wieder wesentlich mehr gläubige Katholiken gibt als in der kommunistischen Ära. Vielleicht auch nicht unbedingt mehr, aber es ist heutzutage unproblematischer, in Tschechien seinen Glauben zu praktizieren als das früher der Fall war.
Amüsiert haben wir uns übrigens auch ein wenig über das massenhafte „Praktizieren der Parkkralle“ und die unterschiedlichen Reaktionen der Betroffenen. Wer in Budweis ohne Parkschein das Auto abstellt, kann mit ziemlicher Sicherheit damit rechnen, dass bei seiner Rückkehr eine Parkkralle am rechten Vorderrad klebt. Umgerechnet 8 Euro kostet das „Auslösen“, und damit seltsamerweise nur die Hälfte von dem, was ich mal vor 10 Jahren in Prachatice zahlen musste. Vielleicht macht`s ja in Budweis die Menge, dass hier „Rabatt“ gewährt wird. Die fleißigen Herren von der Verkehrskontrolle haben jedenfalls gut zu tun.
Der Messeauftritt im Metropol an diesem und am folgenden Tag verlief für uns jedenfalls recht erfolgreich, wir haben sehr viel Infomaterial über das KuLaMu Museum und Haidmühle unters Volk verteilt.
Geholfen hat Kerstin und mir dabei Jakub, ein ehemaliger Student an der dortigen Uni mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen, der unentwegt alle möglichen Anfragen von Messebesuchern in seiner Muttersprache beantworten musste. Derzeit studieren etwa 14000 junge Leute an der Universität, viele davon auch Germanistik.

Es war auffällig, wie viele Tschechen Haidmühle kannten, und das nicht nur vom Hörensagen. Praktisch jeder Zweite gab an, schon in unserer Region unterwegs gewesen zu sein. Da wir sehr präzise Angaben über deren Ausflüge bekamen, entsprach das wohl auch der Wahrheit.
Ein großes Plus ist wohl die direkte Schienen-Anbindung von Budweis nach Nove Udoli. Ich habe selber schon etliche Führungen von Budweiser Gruppen auf den KuLaMu-Steigen gemacht, zum Beispiel auch mit einer Gruppe aus dem Goethe-Institut. Deswegen ist es auch wichtig, in Budweis Präsenz zu zeigen, nicht nur fürs KuLaMu, sondern für Haidmühle allgemein. Viele Radfahrer und Wanderer aus Südböhmen sind per Bahn zu uns unterwegs, ein Potential, das man noch wesentlich
effizienter bewerben sollte, als das bisher der Fall ist.
Gemeinde-Flyer in tschechischer Sprache haben wir auch fleißig verteilt, hoffentlich so viele, dass
man bald eine Neuauflage drucken kann. In der „aktuellen“ Version steht nämlich noch unter der Rubrik „Bürgermeister“ der Name von Margot Fenzls Vorgänger. Ansonsten war die Teilnahme am Südböhmischen Kompass mit Sicherheit kein alter Hut, sondern meiner Meinung nach
recht vielversprechend. Liebe Margot, noch ein persönliches Wort an dich – wenn du mir seitens der Gemeinde auch 2017 wieder Kerstin als kompetente Verstärkung mit auf den Weg gibst, würde ich mich schon jetzt freuen – auf nächstes Jahr und auf den nächsten Budweiser Kompass….“

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Eine Antwort auf „Haidmühler Messeauftritt in Budweis“

  1. finde ich gut, dass Haidmühle hier auch teilnimmt! Ich denke hier gilt es noch ein riesiges, unerschlossenes touristisches Potenzial zu bearbeiten! Gut wäre es, wenn die Haidmühler Bürger über eine derartige Messebeteiligung zum Beispiel mit einem größeren Beitrag im Gemeindeblatt oder groß auf der Homepage vorab informiert werden.

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