Hallenbad wird geschlossen – was bringt die Zukunft?

Das Haidmühler Hallenbad wird geschlossen – so lautet die  Entscheidung des Gemeinderats.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache – und das seit vielen Jahren. Gewinne sollte es eh nie erzielen, das war immer klar. Es ist eine Freizeiteinrichtung für unsere Bürger und Urlauber, die Kinder sollen das Schwimmen lernen usw., da ist ein leichtes Defizit für die Gemeinde kein Problem.

Aber auch die Akzeptanz des schon sehr veralteten Gebäudetrakts hat stark nachgelassen, immer weniger einheimische  Besucher und schon fast gar keine Urlaubsgäste haben es mehr besucht. Und die marode Bausubstanz treibt die Kosten unaufhörlich nach oben.

Und renovieren? Wo soll man da beginnen? Allein energetisch betrachtet ist das Gebäude nach heutigem Standard eine einzige Katastrophe – Boden, Wände, Dach – alles hoffnungslos veraltet und schlicht nicht sanierbar. Viele weitere Punkte gäbe es noch – z.B. die Inneneinrichtung, die Betriebstechnik sind völlig am Ende, von einer heute modernen und attraktiven Optik ganz zu schweigen.

Die CSU-Ortsgruppe hat noch einen eindrucksvollen letzten Rettungsversuch mit Gründung eines Unterstützungsvereins und weiteren Aktionen unternommen, es konnte aber langfristig nicht mehr überzeugen. Eine erschöpfende, lange Debatte mit vielen Pro- und Contra-Argumenten hat das ergeben.

Was aber soll in Zukunft mit dem Gebäude und dem umliegenden gemeindeeigenen Areal passieren? Dort muss wieder eine attraktive, kinder-, bürger- und touristenfreundliche Einrichtung hin!

Nur wie und was? Funpark, Kletterpark, Gokartbahn, … viele alternative Möglichkeiten sind denkbar!

Siehe auch hier.

Haben Sie eine Idee?? Wegziehen? Die Bischofsreuter anfeinden?

Hier noch eine kleine Besonderheit: ein eigenes Hallenbad in einer so kleinen Gemeinde war immer schon aussergewöhnlich und fast schon etwas Luxus, aber wir hatten auch mal fast doppelt so viele Urlaubsgäste und um die Hälfte mehr Einwohner! Und trotz stetigem Rückgang hat sich der Gemeinderat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder für den Erhalt ausgesprochen, fraktionenübergreifend! Es ist bekannt, daß mehrfach auch die Unterstützerfraktionen gewechselt haben! So wurde das Bad bei der letzten großen Debatte vor gut 20 Jahren mit kräftiger Unterstützung der Wählergemeinschaft Bischofsreut.. gerettet, und die Zweifler kamen eher aus der CSU-Fraktion. Jetzt hat halt die (aktuelle) Mehrheit einen Schlussstrich gezogen, und die (aktuell) anderen heulen. Na bravo.

Was wäre los, wenn der Heizölpreis jetzt oder nächstes Jahr bei 1,25 € liegen würde, statt bei nur 50 Cent? Ist möglich, das können wir nicht beeinflussen, und gut heizen muß man ein Bad doch immer, oder? Also: Heizkosten sparen ist nicht..

Das Problem: es gibt so gut wie keine Wärmedämmung in dem Gebäude, nicht nach oben, seitlich oder auch nach unten. Die Technik ist sowieso mehr hin als gut. Das steht an, und würde sicher 500.000,- oder mehr verschlingen. Und dann hätte man immer noch das, was es ist: ein Stahlbeton-Altbau mit Flair aus den 70er Jahren! Nochmal 500.000,- einsetzen, dann wärs von mir aus auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen, und man könnte konkurrieren, z.B. mit dem Karolibad Waldkirchen oder dem Freyunger Tempel, beide schwer defizitär.   Blödsinn! Wir haben noch 1300 Einwohner, und andere Sorgen.

(Konstruktive) Vorschläge sind  uns sehr erwünscht, gerne können diese an uns, oder auch direkt an die Gemeideverteter oder die Verwaltung gerichtet werden.

 

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Eine Antwort auf „Hallenbad wird geschlossen – was bringt die Zukunft?“

  1. Servus Martin,
    als Außenstehender, der auch mal mit seinen Kindern bei Schneeregen im Mai zu einem mehrtägigem Besuch in der Gemeinde war, folgende Idee:
    Wie wär´s mit einem Indoor-Spielplatz?! Gerade bei schlechtem Wetter nicht nur als touristisches Angebot für Gäste-Familien sehr wichtig. Auch bei Kindergeburtstagsfeiern werden solche Angebote sehr gerne gebucht. Da wird dann wenigstens nicht das eigene Haus verwüstet…..
    Guß
    Robert

Kommentare sind geschlossen.