Klasse Sonntag am Dreisessel

So Hallo,

hier kommt mein besonderer  Tipp für den Familien-Sonntag!

Wenn z.B. das weite Fortfahren mal nicht so taugt, der Kirchenbesuch schon beendet ist und das regionale Fussballspiel noch ansteht:

Mal was tun für Körper und Geist – an unserem Hausberg Dreisessel gibt’s dafür ein tolles Angebot!

Es wird meist in der Tagespresse angekündigt, und so stand auch die von mir besuchte Wanderung in der Samstags-PNP: Naturkundliche Exkursion ins Revier von Elch, Luchs, Wolf.

Es wurde beschrieben als leichte, ca. 8 km weite Wanderung mit Ziel Lichtwasserklause auf tschechischer Seite. Diese Klause stellt auch den Beginn des Schwarzenberg’schen Schwemmkanals dar, das klang mir zusätzlich interessant, ist auch gar nicht so leicht zu finden, weil nur ein Steig hinführt. Ebenso die versprochenen Informationen zu obigen Tierarten, deren Rückkehr in unsere Wälder ja auch schon Realität ist, wie viele Meldungen belegen. Bislang hab ich aber nur gewusst, dass Elche da sein müssen, weil ab und zu einer im Straßenverkehr umkommt, genauso wie Luchse, die darüberhinaus schon mehrfach gewildert wurden.

Ja und halt die ganz aktuelle Meldung von einem per Fotofalle bestätigten Wolfspaar im Nationalparkgebiet, das sich höchstwahrscheinlich bald vermehren wird.

Hier bei uns. Sie sind also schon alle da, wie auch schon der Fischotter, der Biber und so weiter. Aber die oben genannten sind nochmal eine Nummer größer, und könn(t)en dem Menschen auch direkt gefährlich werden.

Viele Informationen dazu konnten wir während der Wanderung erfahren, und sehr viele Fragen kamen auf und wurden sachlich und kompetent beantwortet.

Als Beispiel hier ein paar Hintergründe zur Problematik mit dem Wolf, die durchaus nachdenklich stimmen können:

  • Er stellt sicher eine willkommene Bereicherung unserer Fauna dar, es gibt auch schon einige Erfahrungen mit Wolfspopulationen in Deutschland, so in der Lausitz im Osten Deutschlands, die sich etabliert haben und funktionieren.
  • Platz für eine gelingende Ansiedlung im Bayer-/Böhmerwald gibt es genug, aber ein Schlüsselkriterium wird ein ausreichendes Nahrungsangebot für die Tiere sein, was ja durchaus im Widerspruch zur Wald-vor-Wild-Politik der Staatsforsten und zur Jagd allgemein stehen kann. Das Schalenwild etwa  müsste halt als potentielle Hauptbeute im Wald verbleiben, aber viele Rehe und Hirsche bedeuten auch mehr Verbiss im Wald, damit auch Verluste für die Waldwirtschaft.
  • Wolf und Mensch müssten durch Abschreckung rigoros voneinander getrennt werden, damit die Tiere sich von menschlichen Ansiedlungen (Koppeln, Ställen) fernhalten. Sonst sind Überfälle auf Haus- und Hoftiere in Notzeiten unvermeidbar. Bislang wurden gesichtete Einzeltiere höchstens mit der Kamera beschossen, da geht für die Tiere der Respekt verloren. Erfahrungen aus Schweden zeigen, dass konsequentes Abschrecken, von geschulten Personen auch mit Gummigeschossen, ein wichtiger Schutzmechanismus ist.
  • Der Schutz von Weidetieren muss in Randgebieten ausgeweitet werden, durch Stromzäune, auch Herdenschutzhunde. Das ist aber teuer und aufwendig, auch stellen Schutzhunde selbst durch ihre notwendige Schärfe eine gewisse Gefahr dar. Nicht zu Unrecht fallen manche Rassen in die Kampfhundeverordnung.
  • Die Nutzung der Kerngebiete ändert sich, Hunde (auch solche mit Menschen an der Leine) sehen die Wölfe als Eindringlinge und sogar Beute an, so sind Übergriffe viel wahrscheinlicher. Ein Wolf ist bei weitem stärker als jeder Familienhund, Hunde stellen als Begleiter keinen Schutz dar.
  • „Wenn erstmal Wolfsgeheul im Wald zu hören ist, …“ dann kommt die Diskussion erst richtig in Fahrt. Bis dahin sollten aber die Konzepte möglichst stehen..

Ich hab hier nur unvollständig aufgezählt, auch habe ich mir keine eindeutige Meinung zu Wolf ja/nein gebildet, und will das auch niemand anderem abnehmen. Ich wollte mich nur rechtzeitig informieren, und das hat hier bestens geklappt.

Diese und viele weitere Aspekte hat uns der erfahrene Nationalparkführer Thomas Zipp während der eh schon schönen Wanderung durch den traumhaften Dreisessel-Bergwald erzählt, da wird’s garantiert nicht langweilig. Und wir bekamen so nebenbei auch Eindrücke geliefert von Thomas‘ umfangreichem Fachwissen zur Hauptwasserscheide, historischer Holztrift und Waldökologie,  und in Beispielen sogar zu aussergewöhnlichen Sinneswahrnehmungen bei Tieren und manchen Menschen, was ja auch eines seiner Hauptwissensgebiete ist, Stichwort indogene Völker und Geomantie.

Man glaubt es kaum, das letzte Stück sind wir sogar wortlos und in Ruhe gelaufen.  Da nimmt man die fantastische Umgebung erst richtig wahr, es wirkt ausgleichend und inspirierend.

 

Und das Beste: der Sonntag ist so um 14:00-14:30 noch nicht gelaufen, man fühlt sich gut und kann noch locker was „Herkömmliches“ unternehmen, etwa eine Kaffeefahrt mit der Familie oder halt das Fussballspiel mit dem Sohn anschauen..

Ich empfehle also, eine der angebotenen Wanderungen, fast jeden Sonntag ab 11:00 Uhr, mitzumachen, es gibt verschiedene Themen rund um den Dreisessel, nachzulesen bei  http://thomaszipp.eu .

Hier noch ein Portrait von Thomas Zipp aus dem Hogn:

http://www.hogn.de/2015/09/27/1-da-hogn-geht-um/nachrichten-in-freyung-grafenau/thomas-zipp-neureichenau-landschaftsoekologie-geomantie/72375

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