Kongress Bayerischer und Österreichischer Solarinitiativen

Klimawandel stoppen – es ist höchste Zeit, legen wir los!

Unter diesem Motto kamen am 15./16. Februar 2019 die etwa 200 Bayerischen und Österreichischen Solarinitiativen (ABSI) zu ihrer Jahrestagung in der Technischen Hochschule Rosenheim zusammen. Dieses Jahr platzte sie fast aus allen Nähten. Bei gehofften 200-300 Besuchern kamen schlussendlich über 500 Teilnehmer. Ein gutes Zeichen, dass die Klimaschutzbewegung von unten wieder an Fahrt zunimmt.

Ein hervorragendes Programm mit überragenden Rednern und Rednerinnen bestach in seiner hohen Qualität (https://www.solarinitiativen.de/wp-content/uploads/Programmflyer.pdf).

Bei diesen Treffen ging es schon lange nicht mehr allein um Solarenergie, sondern um alle Aspekte des ökologischen Umbaus der Energieversorgung. Auch der sparsame und effiziente Umgang mit Energie spielt eine Rolle, ebenso wie gesellschaftliche und politische Entwicklungen.

Am ersten Tag der Veranstaltung kamen hochkarätige, engagierte Wissenschaftler zu Wort: Die Professoren Dr. Georg Kaser (Bericht zu neuesten Weltklimarat/IPCC-Schlussfolgerungen), Dr. Wolfgang Seiler (Sind die Energie- und Klimawende noch zu schaffen?), Dr. Bruno Burger (Fraunhofer Institut ISE, Freiburg mit dem Ist-Zustand) und Dr. Volker Quaschning (HTW Berlin, Energiewende und Klimaschutz in Deutschland – Kaum besser als Trump) machen den Teilnehmern deutlich, warum der Klimawandel schnellstmöglich gestoppt werden muss und welche Strategie dazu notwendig ist. Ein Diskussionspunkt war dann auch die Frage ob es jetzt schon 5 Minuten nach 12 ist oder erst 20 Sekunden vor 12!

Klimaabkommen-Stand
Klimaabkommen-Stand
CO2-Budget fast erschöpft
CO2-Budget fast erschöpft
Kohleausstieg - zu langsam
Kohleausstieg – zu langsam

Der abendliche Vortrag von Professor Dr. Harald Lesch „Lass mich doch in Ruh‘ mit deinem … -Klimawandel“ richtete sich an die Allgemeinheit und war daher auch öffentlich zugänglich. Mit der gewohnten wissenschaftlichen Präzision und einigem („Galgen-„) Humor beschwor er alle, v.a. auch die Politik endlich zu handeln um das Schlimmste noch zu vermeiden nach dem Motto je länger wir untätig bleiben, desto teurer und disruptiver wird der dann erzwungene Wandel für die Gesellschaft/unseren Planeten!

Am zweiten Tag ging zunächst Hans-Josef Fell, ein Urgestein der Energiewende, auf aktuelle Erneuerbare-Energien-Themen und das Volksbegehren zum Klimaschutz ein.

Praxisorientierte Vorträge aus vielen Bereichen zeigten auf, wie man vor Ort der Energiewende zum Durchbruch verhelfen kann:

Best Practice Beispiel war die Kommunale Energiewende in Wildpoldsried (dort wird fast die doppelte Menge des Stroms erneuerbar produziert die in der Gemeinde selbst verbraucht wird und mit den Einnahmen konnten neue Gemeinschaftsprojekte realisiert werden…), mit Begeisterung vorgetragen vom Bürgermeister Arno Zengerle.

Aus Graz berichtete Detlev Seidler von der Wärmewende mit Solarthermie, bei der die Wärmeversorgung eines Großteils der Bürger mit Solarthermischen Anlagen realisiert wurde.

Mit aktiver Unterstützung der Landesregierung in Baden-Württemberg entstehen regionale Netzwerke „Solarcluster“ zum Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung so Franz Pöter.

Der Motivationsaufruf „Am Limit“ des Bergsteigers (und Physikers) Alexander Huber von den Huberbuam rundete diese herausragende Veranstaltung mit einem dringenden Appell zu handeln ab.

Mehr Infos und links zu den Vorträgen auf YouTube auf https://www.rosolar.de/absi-treffen-2019.html

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