Meinen Strom mach ich jetzt selber!

Seit 4 Monaten läuft meine PV-Anlage, inklusive Speicher zur Selbstversorgung und Netzeinspeisung.

Vor 10 oder 20 Jahren hätte ich ein derartiges Vorhaben für Haidmühle noch abgelehnt. Aber, der Klimawandel macht‘s! Die Winter sind mittlerweile dermaßen mild geworden und der Schneefall dermaßen zurückgegangen, dass unser Dach nicht mehr 4-6 Monate im Jahr von Schnee bedeckt ist, sondern nur noch für eine wesentlich kürzere Zeit, eher in Wochen als in Monaten zu bemessen. 100% Selbstversorgung werde ich so schnell nicht erreichen, aber, wenn ich trotz schneebedeckter Solarmodule auf einen Selbstversorgungsgrad von 70-80 % im Jahr komme, wäre das doch ganz hervorragend!
Hinzu kommt, dass, gefördert durch die anfängliche EEG Vorreiterrolle Deutschlands, Solarmodule wesentlich preisgünstiger geworden sind. Mit der Vorreiterrolle ist es mittlerweile leider vorbei, denn die Bundesregierung hat sich in den letzten Jahren vor allen Dingen zum Bremser für erneuerbare Energien entwickelt. Bedingt durch eine übermächtige Lobby werden lieber Braunkohlekraftwerke mit den gesundheitlichen Folgeschäden und dem gewaltigen CO2 Ausstoß in Kauf genommen.

Ein weiterer wichtiger Punkt für meine Entscheidung lag in der Verfügbarkeit von Stromspeichern. Auch bei Stromspeichern gab es enorme Preissenkungen bei gleichzeitiger Technikverbesserung.

Die Einspeisevergütung ist in den letzten Jahren stark abgesenkt worden. Durch die teilweise Verwendung des produzierten Stroms zur Eigenversorgung haben sich jedoch wieder wirtschaftlich interessante Aspekte ergeben. Es macht eben schon einen Unterschied ob ich für den verbrauchten Strom an die 30 €Cent pro Kilowattstunde an den Stromversorger bezahlen muss oder ob ich in meinen Strom selbst erzeuge. Geplant ist auch, dass 2018 noch eine Ladestation für ein Elektro-Auto dazukommt. Das würde die Eigenversorgung noch lukrativer machen! Bis dahin ist hoffentlich auch regulatorisch und technisch alles geklärt um die bidirektionale Einspeisung vom Elektromobil vom und ins Netz zu ermöglichen. Das heißt, meine Speicherkapazität würde sich praktisch zum Nulltarif vervielfachen. Der Beitrag zur dezentralen Energieversorgung würde sich enorm steigern!
Ein weiteres wichtiges Argument ist für mich auch die Notstromversorgung. D.h., selbst wenn das Netz über längere Zeit ausfällt, kann ich mich selbst versorgen. In der Zeit von zunehmenden Hackerangriffen, mittlerweile auch auf Stromnetze, ist es ein gutes Gefühl Selbstversorger zu sein!

komfortable Steuerung und Anzeige von E3/DC
komfortable Steuerung und Anzeige von E3/DC

Bezogen und installiert wurde die Gesamtanlage mit 29,975 Q-Cells/Hanwha Modulen und einem 9,2 kWh Stromspeicher von E3/DC von der sehr empfehlenswerten Firma Solar-pur AG in Saldenburg bei Passau.

Und hier noch ein Aufruf an alle Betreiber bzw. Befürworter von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie: Falls Sie noch nicht dabei sind, dann werden Sie doch Mitglied bei einer der Organisationen in Deutschland die für dezentrale, erneuerbare Energien, vor allen Dingen auch in der Hand von Bürgern eintritt – für Bürgerenergie! Gemeinsam sind wir stärker! Die Energiewende lebt durch uns Bürger!

Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS)

Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

EUROSOLAR

Bund der Energieverbraucher

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2 Antworten auf „Meinen Strom mach ich jetzt selber!“

  1. Ich danke für die detaillierten Fragen. Das ist eine gute Gelegenheit für mich etwas tiefer zu gehen:
    Mal ganz grundsätzlich gilt, auch wenn ich mal Wirtschaft studiert habe, dass Profit nicht im Mittelpunkt allen Denkens steht! Diese Anlage wurde installiert weil ich es für richtig, wichtig und sinnvoll erachte. Wenn irgendwann einmal Gewinn ausgeworfen werden würde, wäre das schön, andererseits bin ich auch schon zufrieden mit +- Null. Natürlich gibt es eine grobe Kalkulation des Projekts. Grob deshalb weil so etwas wie das Wetter oder der Schneefall relativ schwierig bzw. überhaupt nicht präzise vorauszusagen sind. Was sich voraussagen lässt ist, dass es generell weniger Schnee bei uns geben wird. Das deckt sich auch mit der Erfahrung der letzten 10 Jahre.

    Vor 20-30 Jahren war die CO2 Belastung durch die Herstellung von Solarmodulen um einiges größer als jetzt, d.h. die Anlage musste eine ganze Anzahl von Jahren laufen bevor die ursprünglich entstandene CO2 Belastung ausgeglichen war. Mittlerweile findet dieser Ausgleich innerhalb von ein/zwei Jahren statt. Es gibt jede Menge Studien die dies belegen. Dazu kommen konnte es allerdings erst durch Pionierleistungen wie vor allem in Deutschland mit dem Einspeisegesetz EEG. Durch das damalig bahnbrechende und weltweit vielfach kopierte EEG kam es innerhalb weniger Jahre zu gewaltigen technischen Fortschritten bei gleichzeitiger Vervielfachung der Produktion und einer nicht für möglich gehaltenen Kostensenkung bei gleichzeitiger CO2 Belastungs-Senkung.
    Erst dadurch wurde ein Atomausstieg möglich und erst dadurch wird auch der Kohleausstieg handhabbar.
    Bei den Akkus sind wir in jetzt in einer ähnlichen Lage wie zu Beginn der Modulrevolution. Preise sinken, Technik wird verbessert und die CO2- Belastung pro Einheit sinkt. Gleiches gilt zum Beispiel auch für Elektro-Mobilität.
    Ganz generell gilt natürlich, dass jegliche Erstellung von Anlagen zur Erzeugung von elektrischer Energie erst mal Ressourcen verbraucht bzw. Emissionen verursacht. Aber, im großen Unterschied zur fossilen Energieerzeugung gibt es bei erneuerbaren Energien keinen weiteren Ressourcenverbrauch und keine Emissionen!
    Es ist klar, dass sich diese neuen Techniken zu Beginn nur mithilfe von Subventionen durchsetzen können. Immerhin sind wir jetzt bei der Fotovoltaik so weit, dass sie z.B. in Ländern wie Spanien bereits seit 2016 die billigste Art der Stromerzeugung darstellt. In Deutschland ist voraussichtlich 2019 so weit.
    Übrigens, wie bekannt werden nach wie vor fossile Energien und sogar Atomkraft mit einem mehrfachen subventioniert von dem was für erneuerbare Energien ausgegeben wird, und das weltweit!

    Die Energiewende ist ein wichtiger Bestandteil des Kampfes gegen den Klimawandel und der Reduzierung von Umwelt- und gesundheitsgefährdenden Emissionen und Rückständen.
    Zur Energiewende gehört zu aller erst Energie zu sparen durch „sinnvolle“ Maßnahmen und danach alles was mit Energieerzeugung, Verteilung und Speicherung zu tun hat. Gerade mit Speichertechnologie kann unsere Energieversorgung auf dezentrale Strukturen umgestellt werden, d.h. wir benötigen keine weiteren Strom-Fernleitungen mehr und keine Großkonzerne um uns mit Strom zu versorgen. Die Energieversorgung wird sozusagen demokratisiert, dezentralisiert, kleinteiliger gemacht (hier wird vor allem auch die Blockchain-Revolution eine überragende Rolle spielen).
    Ich erkenne diese Fakten und handle entsprechend um mit meiner Anlage einen Beitrag zu leisten für Gesellschaft und Umwelt und damit letztlich für mich selbst!

    Zum Energiesparen gehört natürlich so etwas wie eine Wärmebildkamera als Analysewerkzeug. Hier habe ich vor einiger Zeit eine Aktion veranstaltet wie sie damals im Haibischl auch veröffentlicht wurde: http://haibischl.de/waermebildkamera-hilft-ihnen-beim-energiesparen/

    Ich rechne mit einer Lebenszeit der Solarmodule von mindestens 30 Jahren. Die permanente Überprüfung der Modulleistung ist Teil der intelligenten Steuerung. Nach den bisherigen Erfahrungen dürften die Akkus momentan so um die zehn Jahre halten bzw. bis dahin in ihrer Leistungsfähigkeit nicht allzu viel abfallen. Deshalb ist es auch wichtig, dass Akkus austauschbar sind und dass die wertvollen Stoffe recycelt werden können. Technisch ist das möglich, im Sinne der sich verstärkenden Kreislaufwirtschaft wird es zwangsläufig dazu kommen.

    Pekuniäre Gewinne fahren vor allen Dingen die Netzbetreiber mit ihren staatlich garantierten Gewinnmargen ein. Dies umso mehr je größer die Kraftwerkseinheit ist wie zum Beispiel bei Kohlekraftwerken die jede Menge Fernnetze benötigen um den Strom abzutransportieren.
    Viel Geld wird auch nach wie vor verdient mit größtenteils abgeschriebenen fossilen Kraftwerken. Mit den restlichen Atomkraftwerken lässt sich ebenfalls noch jede Menge Geld verdienen, vor allen Dingen jetzt wo u.a. Entsorgungskosten und Risiko endgültig zum großen Teil vom Steuerzahler übernommen werden.

    Wenn dann die Regierung bremst statt ernsthaft etwas zu unternehmen in Richtung Klima-, Umwelt- und Menschenschutz, bleibt es an uns etwas zu tun, jeder nach seinen Möglichkeiten!

  2. Lieber Herr Kies,
    da haben Sie sich ja was Nettes angeschafft, so gewissermassen eine gehobene Eisenbahnanlage. Aber Spaß beiseite – ich nehme an, dass Sie vor dem Kauf lange gerechnet haben. Preis, Amortisation, Lebensdauer, Steuern, Gesundheitsbelastung für Sie und Ihrer Nachbarn durch den Dirty-Power und und und.
    Lassen Sie uns teilhaben an Ihren Ergebnissen? Gehen Sie davon aus, dass sich die Anlage jemals amortisiert ? Wie sieht es mit der CO2 Belastung bei der Herstellung von Modulen und Akku aus? Mit welcher Lebensdauer von Modulen und insbesondere Akku rechnen Sie? Haben Sie sich schon eine Wärmebildkamera gekauft, um die Funktion einzelner Module überprüfen zu können? Und natürlich die Gretchenfrage, wenn sich die Anlage nicht oder kaum amortisiert, wer macht dann den Gewinn? Staat, Hersteller oder wer? Zahlen nur die Menschen per EEG drauf, die sich eine PV-Anlage nicht leisten können oder sogar die Stromrechnung nicht mehr bezahlen können oder Sie auch ? – so quasi als Preis der Unabhängigkeit?
    Also Fragen über Fragen – ich bin neugierig?

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