Neujahrsgruß von Heini Staudinger

Aufgrund der letzten Artikel über Solarkonferenz, Schlittenhundeweltmeisterschaft etc. kommt dieser Neujahrsgruß etwas später als geplant. Nichtsdestoweniger ist dieser Gruß von Heini Staudinger immer noch hochaktuell.
Heini ist das beste Beispiel für einen Quer- und Vordenker, Philosophen, Nachhaltigkeits-Prediger und echtem Macher aus Österreich. Er steht für das was er sagt und handelt auch dementsprechend!
Als Gründer von GEA Waldviertler (Schuhe, Bekleidung, Möbel, einer exzellenten Hauszeitschrift und vielen guten Ideen) gibt er immer wieder Anstöße zum Nachdenken und vielleicht sogar zum Handeln:

Liebe Freunde der Sonne!

Der Satz ganz oben [im Briefkopf] stammt von Renate Christ. Als Direktorin des UNO-Weltklimarates, kurz IPCC genannt, hat sie im Jahr 2007 den Nobelpreis bekommen. (Renate und ich sind miteinander in Schwanenstadt in die Volksschule gegangen. Ich hab nichts dazu getan, dass Renate mit IPCC Nobelpreisträgerin geworden ist. Und doch bin ich so stolz auf sie.)

IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) hat mit großem Engagement in jahrelanger Kleinarbeit die Daten und Fakten der weltweiten Klimaerwärmung gesammelt und diese in einer Weise aufbereitet, dass damit erstmalig global gültige Grundlagen für die notwendigen Gegenmaßnahmen geschaffen wurden. Völlig zu Recht: Nobelpreis-würdig.

Im Herbst 2017 haben wir, die Waldviertler Werkstätten im Verbund mit Euch, den österreichischen Klimaschutzpreis bekommen. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Es hat unserem Geschäft gut getan, weil wir – GEA und die Waldviertler – wieder ein bisschen bekannter wurden. Bei der Preisverleihung lächelten alle in die Kamera. Besonders zufrieden lächelten die Politikerinnen. Fürs Klima genügts Lächeln nicht. In der Schule hätten unsere Lehrer dazu bloß eines gesagt: „nicht genügend!“

Am 10. September 2018 sagte Guterres, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, vor der UNO Hauptversammlung, „der Klimawandel ist die wichtigste Aufgabe unserer Zeit“ und fuhr fort: „Wenn wir unseren Kurs bis zum Jahr 2020 nicht entscheidend ändern, riskieren wir desaströse Folgen für Mensch und Natur. Denn der jetzige Kurs zerstört die Kreisläufe der Natur, von denen wir leben.“

Guterres hat recht. „Langsam“ wird‘s eng. Die Verantwortungsträger, egal wie sie heißen – Kurz, Merkel, Macron, May, Trump und die mächtigen Wirtschaftskapitäne tun nichts oder fast nix. Nix? Fix ist eines: Sie tun allesamt viel zu wenig.

Natürlich wissen wir, dass unser individuelles Bemühen nicht ausreicht. Trotzdem macht es Sinn, entschlossen mit einem gangbaren, praktischen Beispiel voran zu gehen. Gleichzeitig und das halte ich für wichtig, müssen wir unseren Machteliten – wo immer sich eine Gelegenheit dazu ergibt -klarmachen, dass eine große, gemeinsame Anstrengung nötig ist, wenn wir Mutter Erde für unsere Kinder und Enkelkinder als Lebensraum erhalten wollen.

Der heiße Sommer hat im Waldviertel ein dramatisches Fichtensterben ausgelöst. Trotzdem träumt die Auto-Lobby von der Waldviertler Autobahn. Drum – im Namen der Fichte und allen Lebens – Nein zur Autobahn – Ja zum Wald – Nein zur Kohle – Ja zur Sonne – Nein zu all den Wegwerfprodukten – Ja zu langlebigen Qualitätsprodukten – usw. Wir wissen es, diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen und doch ist eines jetzt schon klar: Mutter Erde wartet auf unsere Entscheidung.

Viva la vida. Es lebe das Leben.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen a glicklichs neichs Joa

Herzlich, Euer Heini

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