Business-Frühstück im INN.Kubator

Gruppenfoto

In diesem Jahr steht die 6. Klimafastenwoche des Bistums Passau unter dem Motto „Das brauchts wirklich! Mutig sein!“. Dieses Motto zum Anlass nehmend hat die Stabsstelle Umwelt und Gemeinwohlorientierung zusammen mit der GWÖ-Regionalgruppe „Unterer Bayerischer Wald“ am 26. März 2026 zu einem sogenannten Gemeinwohlökonomie Business Frühstück eingeladen. „Idee des GWÖ-Business-Frühstücks“ ist es, Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Region ein Austauschforum für werteorientiertes und gemeinwohlorientiertes Wirtschaftens zu bieten, so Dr. Melanie Hackenfort, stellvertretende Leiterin der Stabsstelle. Franz Kies, Koordinator der Regionalgruppe, führte die 20 Teilnehmenden zunächst in die Philosophie der Gemeinwohlökonomie ein und stellte dann die Gemeinwohl-Matrix vor. Mit dieser können Unternehmen entlang der vier Wertesäulen Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit & Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz & Mitbestimmung bezogen auf fünf Berührungsgruppen (dazu zählen z.B. Lieferanten und Mitarbeitende, aber auch Finanzpartner und die Umwelt) den sozialökologischen Beitrag ihres Unternehmens für das Gemeinwohl erkunden, bewerten und dokumentieren. Wer sich jetzt fragt wozu, sollte einen Blick in die Bayerische Verfassung Artikel 151 (1) werfen, in der festgelegt ist, dass „die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit […] dem Gemeinwohl [dient], insbesonders der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle […]“.

Oliver Daxauer und Melanie Hackenfurt


Oliver Daxauer, naturnaher Landschaftsgestalter aus Bayerbach und seit 2025 GWÖ bilanziert, berichtete im An-schluss von seinen Erfahrungen aus dem sogenannten Peer-Bilanzierungsprozess. „Die Arbeit mit der GWÖ-Matrix hat uns eine intensive Auseinandersetzung mit unseren Unternehmens-werten und der Art und Weise wie wir Entscheidungen treffen, abverlangt.

Dadurch ist uns bewusst geworden, dass wir uns in vielen Bereichen immer schon an sozialen und ökologischen Werten orientiert haben, nur hatten wir das vorher nicht schriftlich fixiert. Durch die GWÖ-Bilanz haben wir jetzt eine klare Richtschnur, an der sich alle Mitarbeitenden im Unternehmen orientieren können“, so Daxauer. Im Gespräch mit den Teilnehmenden, in dem auch kritisch hinterfragt wurde, wurde deutlich. Es geht nicht darum, die vorgeschlagenen Richtwerte der GWÖ zu 100% zu erreichen, sondern durch den holistischen Einblick, in die eigene Wirtschaftspraxis, der weit über die ökonomische Dimension hinausgeht, eine selbstbewusste Haltung zu entwickeln. In der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Lage, in der sich die Fahnen permanent im Wind drehen, verliert man schnell mal die Orientierung. Die GWÖ bietet hier eine Richtschnur, um den eigenen Weg nicht aus dem Blick zu verlieren.

Nach der Frühstückspause schlossen sich der Gesprächsrunde mit Oliver Daxauer vier weitere Gäste an: Tamara Schneider, Geschäftsführerin vom INN.KUBATOR, Ferdinand Wagner, Geschäftsführer der Biobäckerei Wagner, Stephanie Fichtl vom Gründer*innen Zentrum Freyung und Viktoria Kohlpaintner von gemeinwohlorientiert.com.

Podium
Podium

Im Zentrum des nun vielstimmigen Gesprächs stand die Frage: „wie geht mutig wirtschaften? Was braucht es dafür? Und welchen Mehrwert schaffen Zertifizierungen?“ Die Biobäcker Wagner ist beispielsweise vielfach zertifiziert, aus Überzeugung. Trotzdem stellt sich berechtigterweise die Frage, was zeichnet die Qualität eines Unternehmens aus? Was motiviert Menschen sich zu bewerben oder Mitarbeitende im Unternehmen zu bleiben? Die Siegel, die die Fassade signieren oder die Unternehmensphilosophie? In Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen, egal ob sie angestoßen werden durch aktuelle politische Krisen, die Herausforderungen des Klimawandels oder den Forderungen nach Geschlechtergerechtigkeit, sie alle nehmen Einfluss auf die Gestaltung von Unternehmenskulturen. Organisationsentwicklungsmethoden, wie beispielsweise die Gemeinwohl-Matrix können hierzu einen Beitrag leisten. Doch den entscheidenden Unterschied macht schlussendlich die Haltung und Werteorientierung der Unternehmer*innen selbst. Wer mit der Zeit geht, seine Werte stimmig und nachvollziehbar lebt der scheint resilient aufgestellt zu sein. So hat z.B. Wagner den gesamten Fuhrpark auf Elektrofahrzeuge umgestellt, denn „Diesel und Bio das geht nicht“!
„Ein positiver Nebeneffekt ist z.B., dass wir keine Probleme haben Personal zu finden und zu halten“ resümieren Daxauer und Wagner beide am Ende des Gesprächs.

GWÖ Pinwand
GWÖ Pinwand
Brotzeit


Eine herzhafte Brotzeit von der Biobäckerei Wagner …

Gemeinwohlökonomie-Regionalgruppe „Unterer Bayerischer Wald“: Neue Ideen für eine nachhaltige Zukunft

Treffeen der Gemeinwohlökonomie-Regionalgruppe „Unterer Bayerischer Wald“:

Die Regionalgruppe „Unterer Bayerischer Wald“ der Gemeinwohlökonomie (GWÖ) traf sich kürzlich in Passau, um neue Mitglieder willkommen zu heißen und gemeinsam an Strategien zur Förderung nachhaltiger Wirtschaftsmodelle zu arbeiten. Der Erfahrungsaustausch war geprägt von inspirierenden Gesprächen über konkrete Maßnahmen zur Stärkung der GWÖ-Bewegung in der Region.

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Exkursion zum Gemeinwohl

Glückliche Teilnehmer*innen

Im Zuge einer Kooperation des Bistums Passau und des Landkreises Passau wurde am vergangenen Samstag eine Exkursion zur ersten in Deutschland zertifizierten Gemeinwohlgemeinde Kirchanschöring durchgeführt. Die Exkursion war aus einer Reihe von Veranstaltungen zum Thema Gemeinwohl in den letzten Monaten in Kooperation mit der LVHS in Niederalteich sowie der GWÖ Regionalgruppe „Unterer Bayrischer Wald“.

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Christian Felber in Passau

Gemeinwohlökonomie
Christian Felber in Passau
Christian Felber in Passau

Die GWÖ-Regionalgruppe „Unterer Bayerischer Wald“ wird mit einem Infostand vertreten sein um weitere Fragen zum Thema Gemeinwohlökonomie zu beantworten.

Gemeinwohl-Ökonomie feiert 10jähriges

HINTERM DEICH WIRD ALLES GUT

Die Regionalgruppe Unterer Bayerischer Wald der Gemeinwohl-Ökonomie feiert am 6. Oktober das 10jährige Jubiläum der Bewegung und lädt zum Kinoabend ein.

Am 6. Oktober 2010 initiierten engagierte Unternehmer*innen rund um Christian Felber das Gründungsevent der Gemeinwohl-Ökonomie in Wien – kurz nachdem sein Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie: Das Wirtschaftsmodell der Zukunft“ erschienen ist.

Um die zehn Jahre gebührend zu feiern, haben 180 Regionalgruppen weltweit Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Diese finden wie in Berlin online (www.ltdg.net), bundesweit in vielen Kinos mit dem Film „Hinter dem Deich wird alles gut“ live statt oder eingebettet in Veranstaltungen wie dem Klimaherbst München. Eingeladen sind alle Mitbürger*innen, Unternehmer*innen, Aktive und Neugierige.

Die Regionalgruppe „Unterer Bayerischer Wald“ feiert 10 Jahre GWÖ mit

dem Dokumentarfilm:

HINTERM DEICH WIRD ALLES GUT

von Gabriele Kob und Hanno Hart

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Haibischl