Hilfe für die Wildkatze, eine Ureinwohnerin des Bayerischen Waldes


Artikel ursprünglich geschrieben vom BUND Naturschutz für „Rundbrief der Waldbesitzervereinigung Freyung Grafenau“
Die Europäische Wildkatze, eine heimliche und scheue Bewohnerin unserer Wälder, galt in Bayern lange als ausgestorben. Nach jahrzehntelangen Schutzbemühungen kehrt sie langsam wieder in ihre ehemaligen Lebensräume zurück. Auch im Bayerischen Wald konnte sie wieder nachgewiesen werden. Die Art ist aber weiterhin als gefährdet eingestuft und braucht nach wie vor unsere Hilfe. Ihr Lebensraum – strukturreiche Wälder, Waldränder und Wiesen – sind noch immer rar.

Wie bessere Lebensräume für die Wildkatze geschaffen werden können, zeigt der Bund Naturschutz in Bayern e.V. auf eigenen Flächen in Freyung Grafenau. In dem sechsjährigen Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ gestaltet der Verband seit 2022 Wälder wildkatzenfreundlich um. Anke Camphausen, Koordinatorin des Projektes Wildkatzenwälder von morgen, Bund Naturschutz in Bayern e.V.: „Wir schaffen strukturreiche Waldränder, indem wir gezielt Buchten – also kleine, geschwungene Einbuchtungen des Waldrandes, die in den Wald hineinreichen– anlegen und dort Sträucher und Wildobst pflanzen. Wir legen große Totholzhaufen an, sogenannte Wildkatzenburgen, die einen Ausgleich für (noch) fehlende Versteckmöglichkeiten schaffen. Monokulturen wandeln wir in stabile, artenreiche Laubmischwälder um.“

BUND e.V.
©Thomas Stephan: Wildkatzen sind echte Wildtiere in unseren Wäldern und kommen auch (wieder) im Bayerischen Wald vor.

Waldbesitzende, die Maßnahmen zur Verbesserung und Schaffung von Lebensräumen für die Wildkatze durchführen möchten, erhalten Informationen und Beratung durch den Bund Naturschutz in Bayern e.V.. Wer Waldränder und Waldinnensäume naturnah gestalten, Kleingewässer im Wald anlegen, mehr Strukturen im Wald schaffen und Totholz im Wald anreichern möchte, kann über das Projekt gefördert werden.

Darüber hinaus können Waldbesitzende einfache Maßnahmen ergreifen, um Gefahren für die Wildkatze zu verringern: Knotengitterzäune, die Aufforstungs- und Verjüngungsflächen vor Verbiss schützen, stellen immer wieder Verletzungs- und Todesfallen für die Wildkatze dar. Bei dem Versuch sie zu überklettern, kann sie an den Verknotungen hängen bleiben. Kletterhilfen bieten der Wildkatze die Möglichkeit sicher über den Zaun zu gelangen (siehe Grafik und Foto1). Eine hölzerne Überkletterhilfe ist leicht zu realisieren. Das benötigte Material ist meist im Wald verfügbar. Knotengitterzäune, die ihren Zweck erfüllt haben und nicht mehr gebraucht werden, müssen – laut Bayerischer Bauordnung Artikel 56 und Kreislaufwirtschaftsgesetz Paragraph 3 – möglichst rasch entfernt und entsorgt werden.

Foto 2_Hordengatter_(c)Martin Jehnichen
Foto 2_Hordengatter_(c)Martin Jehnichen
Hordengatter sind eine gute Alternative zu Knotengitterzäunen. Sie sind wildtierfreundlich und entsorgen sich am Ende von selbst.

Zum anderen ermöglichen alternative Zaunmodelle, wie Hordengatter, der Wildkatze ein sicheres Überklettern des Zaunes (Foto 2). Plastikfreie Einzelschutzhüllen als Verbißschutz können einen Zaun ersetzen.

Der Wildkatze einen sicheren Zugang zu Aufforstungs- oder Verjüngungsflächen zu verschaffen, hat auch Vorteile für den Waldbesitzenden. Die Wildkatze als effektive Mäusejägerin kann einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Schutz der Jungpflanzen leisten.

Grafik_Ueberstiegshilfe_(c)BUND
Grafik_Ueberstiegshilfe_(c)BUND
Überquerungshilfen lassen sich leicht mit Materialien aus dem Wald herstellen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, Wildkatzen eine sichere Möglichkeit anzubieten über oder durch den Zaun zu kommen.

Dort, wo die Wildkatze nicht ausreichend Versteckmöglichkeiten für die Aufzucht ihres Nachwuchses findet, nutzt sie Holzpolter oder Energieholzstapel. Werden diese während der Jungenaufzucht abgefahren oder gehäckselt, besteht die Gefahr, dass die Kätzchen dabei getötet werden. Zur Vermeidung dieser Jungkatzenfalle sollte das Holz nicht lange im Wald gelagert werden bzw. nicht während der Phase der Jungenaufzucht (zwischen März und August) abgefahren oder gehäckselt werden. Ausreichend Versteckmöglichkeiten, z.B. in Form von Totholzhaufen, überwucherten Wurzeltellern, bodennahen Baum- und Wurzelhöhlen, aber auch menschliche Strukturen wie aufgelassene Hochsitze, bieten Alternativen zu Holzpoltern als Kinderstube.

Bei Fragen zur Wildkatze, zu den Projektflächen in Freyung-Grafenau oder förderfähigen Maßnahmen steht das Team vom Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ gerne zur Verfügung (wildkatze@bund-naturschutz.de).

Das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ wird in zehn Bundesländern umgesetzt und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums und in Bayern auch vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.

Wildkatze / BUND

©Thomas Stephan: Wildkatzen sind echte Wildtiere in unseren Wäldern und kommen auch (wieder) im Bayerischen Wald vor.

Allgemeine Informationen zum Projekt sind hier!

Biberstaue – Hotspots der Artenvielfalt

11_Foto von mir


Gastartikel von Markus Grünzinger, Wildtierökologe, Naturfotograf und Ranger im Naturpark Bayerischer Wald


Im 19. Jahrhundert war er in Bayern ausgerottet, doch seit ca. 60 Jahren feiert er sein großes Comeback (Quelle: stmuv Bayern). Die Naturschützer und Naturliebhaber freut es, anderen Interessengruppen bereitet er wiederum manchmal Kopfzerbrechen. Die Rede ist vom Biber. Als Naturpark-Ranger bin ich öfters mal in Bischofsreut und Haidmühle unterwegs und beobachte mit Freuden die Entwicklung in und an den Biberstauen zwischen Schnellenzipf und Grenzübergang Haidmühle/Neuthal. Neben meinem Hobby Naturfotografie bin ich zudem leidenschaftlicher Ornithologe und bin immer wieder begeistert, was sich in den Überschwemmungsbereichen rund um die Biberkonstruktionen so alles aufhält und teilweise auch brütet.

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World Ranger Day

World Ranger Day

Anlässlich des „World Ranger Day*“ lud der bayerische Nationalpark zu einem Rundgang mit zwei Rangern ein. Im Gegensatz zu sonstigen Veranstaltungen ging es diesmal primär nicht um Details zu Fauna und Flora sondern um die Arbeit der Ranger.

Geführt wurde die Tour durch Ranger des Bayerischen Nationalparks und des Naturparks Bayerischer Wald.

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Following worst-ever European heatwave, 170+ Faith Organisations Representing 33.1 Million Europeans Demand Bold Climate Action at the start of Irish EU Presidency

As France, Germany, Poland, Hungary, Denmark, Slovakia and the Czech Republic record their hottest days ever and fossil fuel profits soar to $22 billion, a massive faith-based coalition urges the incoming EU Council Presidency to make polluters pay and lead a just transition away from fossil fuels.

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Ein unvergesslicher Tag in der Völklinger Hütte – Wo Geschichte, Industrie und Kunst verschmelzen

Kunst in der Völklinger Hütte


Ein Besuch der Völklinger Hütte ist wie eine Reise durch die Zeit: Die gewaltigen Hochöfen, die rostigen Stahlkonstruktionen und die weiten Hallen erzählen von einer Ära, in der das Saarland das Herz der europäischen Stahlproduktion war. 1873 gegründet, entwickelte sich die Hütte schnell zu einem der wichtigsten Industriezentren Europas. Hier wurde Roheisen produziert, das die Industrialisierung vorantrieb und die Region wirtschaftlich prägte. Doch hinter dem technischen Fortschritt verbirgt sich auch ein dunkles Kapitel: Während des Zweiten Weltkriegs wurden in der Völklinger Hütte Tausende Zwangsarbeiter:innen aus ganz Europa ausgebeutet. Ihre Geschichten sind heute Teil der Dauerausstellung und mahnen uns, die Würde des Menschen zu wahren.

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Intersolar 2026: Ein Meilenstein für die Energiewende!

Intersolar


Die Intersolar Europe 2026 in München hat einmal mehr bewiesen: Die Zukunft der Energie ist grün, innovativ und voller Dynamik! Mit über 105.000 Besuchern aus mehr als 163 Ländern und 2.650 Ausstellern setzte die weltgrößte Fachmesse für die Solarwirtschaft neue Maßstäbe. Die Messehallen platzten vor Ideen, Lösungen und Visionen – und die Stimmung war elektrisierend!

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Haidmühle als Welt(kultur)erbe !?

Grünes Band

Noch nicht ganz, aber viel fehlt nicht mehr!

Das Grüne Band: Wo Natur, Geschichte und Zukunft zusammenfinden

Kaum ein Ort verkörpert die Verbindung von Natur, Geschichte und Erinnerungskultur so eindrucksvoll wie das Grüne Band. Entlang der einst streng bewachten innerdeutschen Grenze hat sich über vier Jahrzehnte ein einzigartiger Biotopverbund entwickelt – ein 1.400 Kilometer langer Lebensraum, in dem mehr als 1.200 seltene Tier- und Pflanzenarten Zuflucht fanden. Was einst Todesstreifen war, ist heute ein lebendiges Symbol für Widerstandskraft, Versöhnung und die friedliche Überwindung einer totalen Grenze.

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Immer noch gesucht: die Waldbirkenmaus

Waldbirkenmaus

Der Bund Naturschutz berichtet:

Die Renaturierung von Feuchtgebieten geht ins zweite Projektjahr -Erste Erfolge und die große Suche

Im Rahmen des Projekts „Lebensraumoptimierung für die Waldbirkenmaus“ werden bereits seit Anfang des Jahres 2025 durch den Bund Naturschutz (BN) zwischen Lusen und Dreisessel feuchte Lebensräume wiederhergestellt, in denen sich die Waldbirkenmaus wohlfühlt. Dadurch profitieren auch viele weitere Arten wie Randring-Perlmuttfalter und Hochmoor-Laufkäfer.

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Armenien: Ein Land im Wandel zwischen Tradition und Moderne

Armenien, ein Land mit einer über 3000-jährigen Geschichte, blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: Vom antiken Königreich Urartu über die Christianisierung als erstes Staatsreligion im Jahr 301 bis hin zu Jahrhunderten unter mongolischer, persischer, osmanischer und russischer Herrschaft. Besonders prägend waren der Völkermord an den Armeniern 1915 und die sowjetische Ära, die 1991 mit der Unabhängigkeit endete. Seitdem kämpft Armenien mit seiner schwierigen geographischen und geopolitischen Lage, eingeklemmt zwischen der Türkei, Aserbaidschan, Georgien und dem Iran.

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Ungarn

Budapest

Gastartikel von Daniel Freund, Europaabgeordneter

Liebe Europäer*innen

Ich spreche leider kein Ungarisch. Die ältere Dame, die auf der Pride in Budapest plötzlich vor mir stand, redete trotzdem euphorisch auf mich ein. Am Ende faltete sie die Hände zum Dank. An diese Geste erinnere ich mich bis heute. Für mich galt sie all denen in Europa, die die Situation in Ungarn immer im Blick behielten.

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„Wasser für alle – Wege aus der globalen Wasserkrise“

Die globale Wasserkrise zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Millionen Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser, während Klimawandel, Verschmutzung und Übernutzung die Situation weiter verschärfen. Ebenso nehmen die Konflikte um den Zugang zu Wasser weltweit zu. Die WeltUni beleuchtete Ursachen sowie globale Zusammenhänge und stellte innovative Lösungsansätze aus Politik, Wissenschaft und Praxis vor. Gemeinsam wurde diskutiert wie nachhaltiges Wassermanagement lokal gelingen kann und welche Maßnahmen für einen fairen Zugang zu Wasser für alle auf globaler Ebene notwendig sind.

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Business-Frühstück im INN.Kubator

Gruppenfoto

In diesem Jahr steht die 6. Klimafastenwoche des Bistums Passau unter dem Motto „Das brauchts wirklich! Mutig sein!“. Dieses Motto zum Anlass nehmend hat die Stabsstelle Umwelt und Gemeinwohlorientierung zusammen mit der GWÖ-Regionalgruppe „Unterer Bayerischer Wald“ am 26. März 2026 zu einem sogenannten Gemeinwohlökonomie Business Frühstück eingeladen. „Idee des GWÖ-Business-Frühstücks“ ist es, Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Region ein Austauschforum für werteorientiertes und gemeinwohlorientiertes Wirtschaftens zu bieten, so Dr. Melanie Hackenfort, stellvertretende Leiterin der Stabsstelle. Franz Kies, Koordinator der Regionalgruppe, führte die 20 Teilnehmenden zunächst in die Philosophie der Gemeinwohlökonomie ein und stellte dann die Gemeinwohl-Matrix vor. Mit dieser können Unternehmen entlang der vier Wertesäulen Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit & Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz & Mitbestimmung bezogen auf fünf Berührungsgruppen (dazu zählen z.B. Lieferanten und Mitarbeitende, aber auch Finanzpartner und die Umwelt) den sozialökologischen Beitrag ihres Unternehmens für das Gemeinwohl erkunden, bewerten und dokumentieren. Wer sich jetzt fragt wozu, sollte einen Blick in die Bayerische Verfassung Artikel 151 (1) werfen, in der festgelegt ist, dass „die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit […] dem Gemeinwohl [dient], insbesonders der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle […]“.

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Haibischl