Historisches aus dem Grenzgebiet

Bischofsreut mit Steinköpfl-Häuser

Vor kurzem gab es eine hochinteressante Wanderung mit Theodor Bauer über die Grenze bei Marchhäuser nach Ceské Zleby/Böhmisch Röhren.

Theodor Bauer ist Abkömmling eines großen Bauernhofes auf der tschechischen Seite, angrenzend an den deutsch-tschechischen Grenzverlauf und hat sich intensiv mit der historischen Situation in diesem Gebiet und darüber hinaus beschäftigt. Er kann über jedes Haus auf dem Weg und über viele am Zielort erzählen, ob abgerissen oder als Ruine oder saniert… und über seine Bewohner und die größeren historischen Zusammenhänge zurück bis ins 11. Jahrhundert und weiter.

Das heißt aus dem persönlichen Umfeld weiß er wo der Kartoffelkeller des elterlichen Bauernhofs gelegen war, wo die zukünftige Frau des Großvaters wohnte, wo man die Pferde beschlagen lassen konnte und und und… Bei den historischen Zusammenhängen konnte er ebenfalls berichten vom Passauer Erzbischof der bereits als Kind dazu ernannt wurde, genau so wie von den familiären Problemen der Rosenberger und der Schwarzenberger, die in Böhmen und anderswo in den letzten Jahrhunderten so bestimmend mitmischten… bis zu den Entwicklungen des letzten Jahrhunderts mit dem deutschen Einmarsch und der späteren Periode der Vertreibung bis zur neuesten politischen Entwicklung…

„Historisches aus dem Grenzgebiet“ weiterlesen

Sebastian Kneipp – Pfarrer und Wasserarzt

Kneippen

Von Gastautorin Daniela Rudolfi-Müller, 1. Vorstand vom Kneipp-Verein Bischofsreut e.V., Ganzheitliche Heilbegleiterin

Sebastian Kneipp hat mehr als nur mit dem Wasser gearbeitet, denn es ist seine ganzheitliche Sicht auf den Menschen der seine Erfolge wiedergibt. Heuer wäre er 200 Jahre geworden und seine Heilweisen die er uns hinterlassen hat gelten immer und zu jeder Zeit.
Es sind die 5 Elemente/Säulen die das ganzheitliche Konzept von Sebastian Kneipp, das die Lebenseigenschaften für Kranke aber auch für die die ihre Gesundheit erhalten wollen, was es so erfolgreich macht. Mit Mutter Natur zu gehen und von Ihr zu lernen aber auch von ihr zu profitieren was die Gesundheit betrifft, das war sein Anliegen und es an den Menschen heranzutragen.
Wir waren daher auch sehr erfreut über die Entscheidung der Gemeinde, eine Kneipp-Gemeinde zu werden. Unsere Gemeinde ist mit ihren naturbelassenen Wiesen und dem vielen fließenden Gewässern genau das richtige um dem Menschen Erholung zu bieten. Das was hier geschaffen wird ist nicht Bad Wörishofen und das soll es auch nicht werden, aber mit den Elementen von Kneipp ist unser Ort genau richtig um Gesundheit in einer gesunden Umgebung zu erhalten oder auch für Kranke von dieser gesunden Natur zu profitieren.  
Auch wir als Kneipp Verein wollen das weitergeben und die Lehren von Sebastian Kneipp umsetzen für alle Lebenslagen und für jedes Alter. Es ist die Einfachheit die mich persönlich zu Kneipp und seine Art zu denken geführt hat. Wir brauchen nicht viel aber das richtige. Wir brauchen auch nicht große Mengen von Geld für unsere Gesundheit auszugeben, sondern es reicht wenn wir diese Lehren von Kneipp mit in unser Leben einbauen.

Kneipp-Produkte
Kneipp-Produkte
„Sebastian Kneipp – Pfarrer und Wasserarzt“ weiterlesen

Ein Wunder: Jogl Kneippanlage – wieder von allen begeh-/befahrbar!

wieder begeh-/befahrbarer Wanderweg

Seit kurzem ist der jahrelang immer wieder geschotterte und damit Fahrrad-unbefahrbare und Fußgänger-beschwerliche Wanderweg vom Parkplatz Ludwigsreut zur Jogl-Kneippanlage und von dort bis nach Frauenberg wieder gut befahr- und begehbar!!

Viele Touristen und auch Einheimische hatten sich immer wieder massiv beschwert über langzeit-geschotterte Wanderwege in der ansonsten so überwältigend schönen Waldlandschaft um Haidmühle.

Der Teilabschnitt Haidmühle des Goldenen Steigs wurde von dem einen oder anderen auch schon mal als der Sch.…-Steig bezeichnet! Nicht gerade ein überwältigendes Lob für eine Region die so sehr von Natur und Landschaft lebt.

Und doch, die Welt bewegt sich weiter und der Staatsforst hat die gesamte Strecke wieder Fußgänger-, Kinderwagen- und Radfahrerinnen-freundlich herrichten lassen und damit wirklich hervorragende Arbeit geleistet – zum Wohl der Haidmühler und der vielen auswärtigen Spaziergänger und Radfahrer!

Vielen Dank dafür an das staatliche Forstamt Neureichenau!

Nach diesem wichtigen Schritt warten wir natürlich alle ganz gespannt und zuversichtlich auf die nächsten Wege die wieder instand gesetzt werden, so dass auch wieder mehr Rundwege in unserer herrlichen Landschaft möglich werden!

Natur kennt keine Grenzen!

Moorlandschaft

Von Gastautor Karel Kleijn

Feuchtgebiete sind nutzlose, bedrohliche Gebiete“. Diese Einstellung verbreitete sich vor allem während der Zeit der Aufklärung. Während des Kaiserreichs wurden z.B. von Militärverwaltungen als ‚Kultivierungsmaßnahmen‘ bezeichnete Trockenlegungen/Entwässerungen etc. gefordert und organisiert. Erst in den letzten Jahren wurde diese Einstellung langsam als Fehleinschätzung erkannt.

Weltweit wird nach Maßnahmen gesucht gegen den Verlust an Biodiversität, Klimaerwärmung, steigende Hochwasserprobleme, sinkende Trinkwasserreserven und austrocknende Landschaften. Es wird klar, dass einer der Lösungsansätze eine Neubewertung, Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung unserer Moore, Sümpfe und Flusslandschaften sein muss! Klar ist auch, dass Lösungen nur durch einen weltweiten Ansatz erreichbar sind! Weltweite Probleme erfordern weltweite Maßnahmen!

Moor am Grenzübergang Haidmühle
Moorlandschaft am Grenzübergang Haidmühle
„Natur kennt keine Grenzen!“ weiterlesen

Winter Dahoam

Langlauf in malerischer Kulisse

Von Claudia Schmid, Touri-Info Haidmühle

Erleben Sie ein traumhaftes Winterparadies im Dreiländereck Bayerischer Wald. Hier ist es noch möglich die Seele baumeln zu lassen und die Ruhe und Stille der Natur zu genießen. Unsere Region bietet für jeden Geschmack das Richtige. Tiefverschneite Wälder und herrliche Stille bezaubern den Wintersportler – ob alleine, zu zweit oder mit der ganzen Familie!

Einsamkeit und Distanz sind hier möglich
Einsamkeit und Distanz sind hier möglich
„Winter Dahoam“ weiterlesen

Bootsregatta in Haidmühle

Komplexe Startvorbereitungen

Äußerst komplexe Startvorbereitungen natürlich mit Corona-Schutzmasken!

Kürzlich fand die erste Papierfaltboot-Regatta bei der Haidmühler Jogl-Kneippanlage, Ludwigsreut statt.
Mit vier Wettbewerbern war das Teilnehmerfeld noch relativ überschaubar. Auffallend war, dass trotz strengster Geheimhaltung und ohne jegliche illegale Kartellbildung drei der Teilnehmer eine identische, progressive Schiffsform gewählt hatten! Nur ein Teilnehmer setzte auf eine konservative, althergebrachte Konstruktion des Schiffskörpers. Damit konnte er sich dann auch nicht gegen die überlegenen Konkurrenzteams durchsetzen.

„Bootsregatta in Haidmühle“ weiterlesen

Wohlfühl-Oase mit Bücherbaum

Liegeplatz

Eines der ersten Elemente des während des Wahlkampfs angekündigten Tourismus-Konzepts des neuen Bürgermeisters Heinz Scheibenzuber ist in Haidmühle Wirklichkeit geworden: eine Wohlfühl-Oase an der Jogl-Kneippanlage in Ludwigsreut.
Die Scheibenzubers haben mit großem Einsatz und Arbeitsaufwand zwei super bequeme Holzliegen konstruiert und auf dem neu geschaffenen Sandplatz direkt neben dem Kneipp-Gewässer aufgestellt. Sogar an steinerne Ablagen neben den Liegen wurde gedacht. Und für Picknicks ist die bereits seit längerem von den Scheibenzubers installierte wunderbar blattförmig gestaltete Tisch- und Bankanlage hervorragend geeignet.

„Wohlfühl-Oase mit Bücherbaum“ weiterlesen

Gold – Grubenfeld Sulzau bei Schnellenzipf

Historische Karte Bayern-02_7148_N_1963

von Gastautor Elmar Hartl

Gut bekannt sind die Grubenfelder (oder auch als Grübenfelder bekannt), d.h. die Bereiche in denen Bergbau betrieben wurde im Quellbereich der Kalten Moldau. Das größte reicht von dem Goldgrubenbach bis nach Ludwigsreut und zählt damit zu den größten im Bayerischen Wald. Zwischen Schnellenzipf und Langreut gibt es ein weiteres, das bei knapp 700 m Länge und bis zu 100 m Breite sehr gut zu erkennen ist.

Der Wanderweg Nr. 2 durchquert auf der Forststraße gemeinsam mit dem Goldenen Steig das Grubenfeld. Manchem mögen die Hügel rechts und links des Weges aufgefallen sein, doch daran, dass hier Leute nach Gold gruben, hat wohl kaum jemand gedacht. Erst Hermann Kerscher vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege hat diese alten, auffälligen Bergbauspuren am Schreibtisch als Überbleibsel der Goldwäscher erkannt. Dieser entdeckte die Seifenhügel*, als er am Computer mit Hilfe der Bilder der damals ganz neu entwickelten Methode des Airborne Laserscans (ALS) den Goldenen Steig dokumentierte. Das Grubenfeld stellte er erstmals 2011 am 30. Niederbayerischen Archäologentag in Deggendorf der Öffentlichkeit vor. (Heute sind diese ALS-Bilder im BayernAtlas unter dem Stichwort Geländerelief frei zugängig.)

„Gold – Grubenfeld Sulzau bei Schnellenzipf“ weiterlesen

Mobile Tests im Landkreis Freyung-Grafenau

Corona Virus

Die IMS Rettungsdienst GmbH und der BRK-Kreisverband wurden vom staatlichen Gesundheitsamt Freyung-Grafenau beauftragt, Abstriche durchzuführen. Täglich werden jetzt betroffene Kontaktpersonen mit dem Verdacht auf eine Infizierung mit dem Corona-Virus abgestrichen.
Ablauf: Das Gesundheitsamt bereitet täglich eine Namensliste mit Kontaktpersonen vor und übergibt diese an die jeweilige Fahrzeugbesatzung. Im Laufe eines Tages werden die dort genannten Personen abgefahren und jeweils Abstrich-Proben genommen. Aktuell umfassen diese Listen täglich 30 – 40 Personen. Am Ende des jeweiligen Tages werden die abgenommenen Proben gesammelt im Gesundheitsamt abgegeben und von dort ins jeweilige Labor verbracht.
Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass betroffene Kontaktpersonen nicht mehr ihr häusliches Umfeld verlassen müssen, sondern bequem zu Hause aufgesucht werden und nicht in Warteschlangen an einem zentralen Drive-In lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Auch eine dadurch bedingte Ansteckungsgefahr wird erheblich gemindert.
Aufgrund der aktuell bayernweit sehr hohen Anzahl an Proben ist momentan mit einer Wartezeit von bis zu fünf Tagen zu rechnen, bis die Betroffenen eine entsprechende Rückmeldung erhalten.
Mehr und aktuelle Infos gibt es auf der Internetseite des Landkreises!

Kommunalwahlen in Bayern 2020

Kommunalwahlen

Anlässlich der bevorstehenden Kommunalwahlen 2020 hat der BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) zur Orientierung für Wähler*innen einen Forderungskatalog veröffentlicht um ein „urenkeltaugliches Bayern“ zu gewährleisten.

Forderungskatalog zur Wahl
Forderungskatalog zur Wahl

Lichtverschmutzung

Sternenhimmel

von Detlef Koschny, Mitarbeiter bei der ESA

Seit nunmehr vier Jahren haben wir ein Ferienhaus in Haidmühle. Einer der Gründe warum wir dorthin wollten war die Nähe zur Natur. Das beinhaltet nicht nur Wald, Moor, und Vögel, sondern auch den Sternenhimmel, der hier – wie in nur wenigen Gebieten in Deutschland – noch hervorragend zu geniessen ist. Der Grund: Im Woid ists finsta. Nicht nur den Milchstrassenfetischisten, sondern auch den Bienen und anderen Insekten und Vögeln gefällt das. Es ist mittlerweile erwiesen, dass einer der Gründe, warum Insekten immer weniger werden, unsachgemässe Beleuchtung ist (z.B. Grubisic et al. 2018, Annals of Applied Biology, hier die Zusammenfassung. Nachfolgend ein paar Informationen zu diesem Thema, in der Hoffnung dass bei uns Licht sinnvoll eingesetzt wird und nicht zum „Verlust der Nacht“ führt.

Der Mensch, sowie jedes andere Lebewesen hat sich auf den Tag-Nacht-Zyklus eingestellt. Wenn es finster ist, schlafen wir; ist es hell sind wir wach. Neben CO2, Feinstaub, und Elektrosmog wird aktuell auch immer mehr die drastische Zunahme an Beleuchtung zum Problem – die sogenannte Lichtverschmutzung. Diese hat verschiedenste Folgen. Beobachten Sie doch mal die typische Haidmühler Strassenlampe in einer Sommernacht. Da schwirren haufenweise Insekten rum. Die glauben, dass es noch Tag ist – oder, wie z.B. Bienen, versuchen sich an einem vermeintlichen Mondlicht zu orientieren. Bis sie aus Erschöpfung abstürzen.

Bei Menschen wird die Produktion des zum Schlafen notwendigen Melatonin durch blaues Licht reduziert. Bei uns glücklicherweise noch kein grosses Problem, weil unsere Strassenlampen hauptsächlich im Gelben leuchten. So sollte das auch bleiben. Unsachgemässe Beleuchtung kann aber auch Blendung verursachen, siehe Bild 1. Das oft benutzte Argument „Nur wenn es hell ist, sind wir sicher“ wird dann bedeutungslos wenn wir durch Lampen geblendet werden, und die Schatten dadurch umso dunkler sind. Und ausserdem: Licht braucht Strom, und Strom kostet Geld.

„Lichtverschmutzung“ weiterlesen

Spritztour in den Wald

Harvester im Einsatz

Bei meinen Radtouren durch den Forst habe ich auffällig viele Holzlager gesehen mit einer mir noch unbekannten Markierung: roter Kreis mit roten Kreuz. Auf die Frage an einen Waldarbeiter was die Markierung bedeutet war die Antwort: „das sind mit Insektizid behandelte Baumstämme deshalb sollte in dieser Gegend niemand unterwegs sein!“ Auf die weitere Frage wer in unserer Bevölkerung bzw. unter den Touristen über die Bedeutung dieses Warnhinweises Bescheid weiß war die wenig befriedigende Antwort: „vermutlich kaum einer!“

In diesem Zusammenhang kamen mir dann noch eine ganze Menge andere Fragen in den Sinn:
Ist es gerechtfertigt, dass mit Insektizid behandelte Bäume direkt an der Straße für Forstarbeiten bzw. für Wanderer und Radfahrer nur wenige Meter vom Kreuzbach gelagert werden? Ich dachte immer bei Gewässern müssten größere Mindestabstände eingehalten werden!?

Holzlager am Kreuzbach
Holzlager am Kreuzbach
„Spritztour in den Wald“ weiterlesen

Riesiger Erfolg mit der Bücherstubn

Das Eldorado ist immer göffnet!

Nach fast zwei Monaten Betrieb der Ludwigsreuter Bücherstubn Eldorado gilt als Fazit: kühnste Hoffnungen, geschweige denn Erwartungen haushoch übertroffen!

Weit über 100 Besucher nicht nur aus der Gegend um Haidmühle sondern auch aus Hohenau, Grainet, Jandelsbrunn, Grafenau bzw. Touristen/Gäste auch von weiter her kamen zu Besichtigung und Ausleihe. Ein Rucksackwanderer aus Tschechien nutzte die Gelegenheit um gleich darin zu übernachten!

Viele dieser Besucher waren echte Lese-Ratten, was in unserem digitalen Zeitalter schon eher die Ausnahme ist. Und – ein zusätzlicher Gast kommt mindestens täglich, meist in der Nacht, zu Besuch, die so genannte Lese-Maus. Ihr geht es aber anscheinend weniger um den Inhalt als vielmehr um manche Einbände vor allen Dingen älterer Bücher oder auch um das eine oder andere Plüschtier. Trotz vielfältiger Versuche ist es bisher nicht gelungen diese lesehungrigen Wesen auszusperren! Also nicht Erschrecken sollte mal eine Maus mit Lesebrille vorbeihuschen!

Älter als die Erde…

2016 zog dieser Meteorit über Haidmühle um dann in der Gegend von Braunau niederzugehen

Tag der offenen Tür bei der seismologischen und Infraschall-Messstation bei uns im bayerischen Wald: eine echte Überraschung! Wer hätte gedacht, dass es hier so viel interessantes zu sehen und zu erfahren gab!

Eine der 25 im Felsen versenkten Messstationen
Eine der 25 im Felsen versenkten Messstationen

Eine ganze Mannschaft von Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe gab auf vielen Informationsständen Einblick in ihre Arbeit. Da gab es Gespräche zur Polarforschung in der Antarktis, zur Erdbebenmessung, zu Meteoriten, zur Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags und und und. Praktische Experimente dienten zum leichteren verständlich machen komplexer Zusammenhänge.

Mit dem Hubschrauber zur Antarktisstation
Mit dem Hubschrauber zur Antarktisstation