EU-Kommission legt Gesetz gegen Entwaldung vor: Wichtiger Schritt gegen globale Waldzerstörung

Harvester beim Abholzen

von Gastautor Sven Giegold, Mitglied des Europäischen Parlaments

Wälder spielen in der Bekämpfung der globalen Dreifachkrise – Klima, Biodiversität und Verschmutzung – eine ungemein wichtige Rolle. Sie bieten Lebensraum für unzählige kostbare Arten, speichern CO2 und reinigen unsere Atemluft. Doch immer mehr Wälder werden abgeholzt. Fast ein Drittel aller bewaldeten Flächen weltweit ist bereits verschwunden. Und in den letzten Jahren hat die Geschwindigkeit der globalen Rodungen weiter zugenommen. Hauptursache ist der immer weiter steigende Flächenverbauch der Landwirtschaft. Fast 80% der gerodeten Wälder sind auf die Landwirtschaft zurückzuführen. Dafür sind auch wir Europäer*innen verantwortlich, denn die EU ist nach China der zweitgrößte Importeur von Produkten, die Wälder zerstören. Für nach Europa importierte Produkte wie Fleisch, Palmöl, Kakao, Mais und Soja werden weltweit Wälder gerodet. Viele kostbare Wälder verschwinden unwiederbringlich, um Platz für den Anbau von Futtermitteln für Nutztiere zu schaffen.

Diesen Zustand können wir nicht hinnehmen. Wir Grüne – und auch das Europaparlament – fordern deshalb schon lange von der EU-Kommission ein Lieferkettengesetz um die Entwaldung weltweit zu stoppen. Auf der Weltklima-Konferenz in Glasgow (COP26) haben sich erst letzte Woche mehr als 100 Staaten verpflichtet, bis 2030 die Zerstörung von Wäldern zu beenden. Heute ausgerechnet an meinem Geburtstag (17.11.) hat die EU-Kommission nun ihren Vorschlag für ein EU-Gesetz gegen die Waldzerstörung vorgelegt. Der Gesetzesvorschlag verbietet in Zukunft den Import von Kaffee, Kakao, Palmöl, Soja, Rindfleisch und Holz sowie verwandte Produkte wie Leder, wenn sie mit Abholzung und Waldzerstörung in Verbindung gebracht werden. Die Hersteller müssen Sorgfaltspflichten entlang ihrer Lieferkette wahrnehmen und Maßnahmen ergreifen, um die Entwaldung zu verhindern.

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Klimakonferenz in Glasgow? Klimaschutz wird vor Ort geschaffen.

Klima-Demo

Von Gastautor Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group

Nun trifft sich die Weltgemeinschaft zur 26. UN-Weltklimakonferenz in Glasgow: die Regierungen der Welt, die Medien und mit ihnen unzählige NGOs, Aktivist*innen, aber auch die Klimazerstörer*innen aus dem Lobbysystem der fossilen Wirtschaft, während letztere nur das Ausbremsen des Klimaschutzes im Sinne haben. Sie alle werden sinngemäß große theatralische Worte wählen, wie sie auch Kanzlerin Angela Merkel oft benutzte: „Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft unseres Planeten.“

Doch am Ende wird das Ergebnis so dürftig bleiben, wie bisher auf allen UN-Klimakonferenzen und auch im nationalen Regierungshandeln fast aller Regierungen der Welt: Klimaschutz, so wie ihn die Welt bräuchte, wird nicht organisiert. Das Abgleiten der Menschheit in ihre eigene Auslöschung wird nicht verhindert, sondern im Gegenteil mit neuen Emissionen sogar beschleunigt.

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So funktioniert partizipative Demokratie: 200 zufällig ausgeloste Europäische Bürger*innen tüfteln an Plänen für Europas Zukunft

von Gastautor Daniel Freund – Mitglied des Europäischen Parlaments

Europa erneuern funktioniert nicht ohne unsere Bürgerinnen und Bürger. Deshalb haben wir Grüne durchgesetzt, dass Bürger*innenversammlungen das Herzstück der Reformkonferenz zur Zukunft Europas sind. Am vergangenen Wochenende trafen sich in Strasbourg 200 zufällig geloste Europäer*innen, um Pläne für eine Erneuerung der Europäischen Demokratie auszuarbeiten. Welche Ideen hatten sie und wie lässt sich daraus Politik machen?

Wie fühlt sich das an, wenn plötzlich eine unbekannte Nummer anruft und verkündet, das man für eine Europäische Bürgerversammlung ausgewählt wurde? Mehrere Bürger*innen sagten mir am vergangenen Freitag in Straßburg, dass sie zunächst an einen Scherz oder eine Betrugsmasche glaubten. Erst als sie im Plenarsaal Platz genommen hatten, wurde ihnen klar, dass sie Teilnehmer*innen an Europas größtem Demokratie-Experiment sind. Hier wird die Idee der Europäischen Bürgerversammlung Realität.

Wie läuft die Kommunikation, wenn jede*r eine andere Sprache spricht?

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Bundestagswahl 2021 = Klimawahl

Klimawahl

Das Zeitfenster schließt sich. Wir haben nur noch dieses Jahrzehnt um entscheidend gegen den Klimawandel vorzugehen. Mit jedem Jahr in dem Entscheidungen hinausgeschoben werden wird der Umbruch umso extremer von Statten gehen. Irgendwann wird es auch dann keine Diskussion mehr geben ob irgendeine Maßnahme sozial verträglich ist oder nicht. Dann wird es ums nackte Überleben gehen.
Nachdem unsere Regierung seit Jahrzehnten nicht entschieden genug gehandelt hat, trotz der Warnungen von Seiten der Wissenschaft, wird es kritisch. Es genügt Nachrichten zu hören und die Bilder dazu zu sehen um zu verstehen wie weit der Klimawandel schon fortgeschritten ist (Waldbrände, Überflutungen, Hurrikans…). Der vollmundig versprochene Klimaschutz besteht immer noch zum großen Teil aus leeren Worten und zu wenig konkreten Handlungen.

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Das schlägt der Bürgerrat vor

Hofnung

von Gastautor Sandra Kirchner, Autorin bei Klimareporter

90 Prozent erneuerbare Energien schon 2040, Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030, Tempo 120 auf Autobahnen: Viele Maßnahmen, vor denen die Regierung zurückschreckt, fordert der „Bürgerrat Klima“. Die ausgelosten Bürger:innen legen einen ambitionierten Maßnahmenkatalog vor.

Keine einfache Sache: 160 zufällig geloste Menschen diskutierten acht Wochen lang per Videokonferenz, wie Deutschland klimaneutral werden kann.

In knapp einem Vierteljahrhundert – 2045 – will Deutschland klimaneutral sein. Eine Herkulesaufgabe. Bislang ist es gerade mal gelungen, die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.

Dass für die „restlichen“ 60 Prozent nun ein echter Kraftakt nötig wird, liegt vor allem daran, dass die Politik beim Klimaschutz in den vergangenen 30 Jahren getrödelt hat. Sie hat es versäumt, angemessene Klimaziele und Maßnahmen zu beschließen.

Erst das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach Teile des Klimagesetzes von 2019 nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind, hat die große Koalition aufgeschreckt. Eilig will sie nun beschließen, dass Deutschland nicht erst 2050 klimaneutral werden soll, sondern fünf Jahre eher. Doch wie das Ziel erreicht werden soll, bleibt weiter unklar.

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Nationalpark-Wisent für Rumänien

Abmiri lebte bisher im Tier-Freigelände des Nationalparks bei Neuschönau. Nun ist das Tier auf dem Weg in die rumänische Freiheit. (Foto: Christoph Wagner/Nationalpark Bayerischer Wald)

Im November 2019 geborene Kuh unterstützt Auswilderungsprojekt

Abmiri lebte bisher im Tier-Freigelände des Nationalparks bei Neuschönau. Nun ist das Tier auf dem Weg in die rumänische Freiheit. (Foto: Christoph Wagner/Nationalpark Bayerischer Wald)

Neuschönau/Karpaten. Der Wisent ist das größte Landsäugetier Europas. Anfang des 20. Jahrhunderts war er in freier Wildbahn bereits ausgerottet. Sein Überleben verdankt er einigen wenigen Artgenossen, die damals ins Zoos gehalten wurden. Auf diese Tiere gehen alle heute lebenden Vertreter dieser Rinderart zurück. Um die nur wenige tausend Wisente starke Population zu stärken, siedelt nun eine junge Kuh aus dem Tier-Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald bei Neuschönau in die Karpaten um. In Rumänien wird sie ein von der EU kofinanziertes LIFE-Projekt zur Wiederansiedlung unterstützen.

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Gemeinwohl-Ökonomie

GWÖ-Petition

Machen Sie mit beim großen GWÖ-Unterschriftenmarathon!
Wir brauchen dringend Deine Stimme, um bis zum 31. März bei der „Abstimmung21“ das Rennen gegen vieler anderer Petitionen zu gewinnen! Wenn wir es schaffen, haben wir die großartige Chance, an der bundesweiten Volksabstimmung zur deutschen Bundestagswahl teilzunehmen.
Unser Hauptziel: Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass alle öffentlichen Unternehmen und Einrichtungen eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen und zudem die freiwillige Erstellung der Bilanz von privaten Unternehmen an wirtschaftspolitische Anreizmechanismen geknüpft werden.
Hintergrund: Die Menschen werden zur Bundestagswahl 2021 über vier gesellschaftlich relevante Themen abstimmen können: Klimawende 1,5 Grad, Bundesweite Volksabstimmung sowie zwei Themen, die bis zum 31.03. über Petitionsplattformen ermittelt werden.
Sei dabei und unterzeichne jetzt!
https://www.openpetition.de/…/gemeinwohl-bilanzierung…

Planetare Grenzen – Europas Leben auf Messer‘s Schneide

Planetare Grenzen

Webinar vom 12.06.2020

Wir nähern uns in hoher Geschwindigkeit den Kipppunkten in unseren Ökosystemen.
Neun globale Prozesse sind es, die die ökologische Überlebensfähigkeit des Menschen auf unserem Planeten bestimmen. Im Jahre 2009 hat eine 29-köpfige internationale Forschungsgruppe rund um den schwedischen Professor Johan Rockström das Konzept der Planetaren Grenzen veröffentlicht. Diese Grenzen sind essentiell für den Fortbestand der Menschheit, sie definieren einen „sicheren Handlungsraum“ für menschliche Zivilisation auf der Erde. Dafür dürfen bestimmte Schwellenwerte nicht überschritten werden.

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Europäischer Green Deal: Lobbyisten versuchen nachhaltigen Weg aus der Corona-Wirtschaftskrise zu verwässern

Corona Virus

von Sven Giegold, MdEP

Um gestärkt aus der Corona-Krise zu kommen und uns in der Zukunft vor ähnlichen Katastrophen zu schützen, müssen wir nachhaltiger (und europäischer) handeln. Der wirtschaftliche Aufschwung nach Corona muss auf Grundlage von massiven Investitionen in zukunftsfähige, sichere Technologien erfolgen. Die EU-Kommission hat erst im Dezember das wahrscheinlich größte nachhaltige Wirtschaftsprogramm in der Geschichte Europas verkündet: den Europäischen Green Deal. Er ist ein beeindruckendes Zeugnis europäischen Klima- und Umweltschutzes, der die europäische Wirtschaft bis zum Jahr 2050 grundlegend reformieren und zukunftssicher machen wird.

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Europaparlament – Resolution zu Corona

Corona Virus

Am 17. März hat das Europäische Parlament eine Resolution zur Corona-Krise verabschiedet. Den Entwurf dieses Antrags hatten die proeuropäischen Fraktionen – Christdemokraten, Sozialdemokraten, Liberale und Grüne – gemeinsam eingebracht. Damit zeigt das Europaparlament, dass es weiterhin beschlussfähig ist, auch wenn die allermeisten Abgeordneten derzeit nicht zu den Parlamentssitzungen reisen können. Das Funktionieren von Demokratie über Grenzen hinweg ist von großer Wichtigkeit. Denn nur europäische Antworten werden aus dieser internationalen Krise führen. Dagegen hat der Rat der Mitgliedsländer in den letzten Wochen gezeigt, dass die Regierungen jeweils nationale Lösungen bevorzugen, auch wenn dies bei anderen EU-Staaten zu Schäden und Kosten führt.

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IHR HABT KEINEN PLAN – DARUM MACHEN WIR EINEN

Corona Virus

Auch die Corona-Krise wird vorüber gehen und wir alle wissen, nachher wird die Welt eine andere sein als vorher.
„Die Wirtschaft“ wird mit Geld geflutet ohne irgendeine erkennbare Strategie außer dem „wieder zurück zur Normalität“, d.h. weiter so wie es schon war! Noch mehr Massentierhaltung, noch länger fossile Energien, noch länger Blockade einer echten Mobilitätswende oder im Gebäudebestand, bei prekären Lohnverhältnissen oder bei den weiteren Krankenhausschließungen…! Ein Skandal! Nachhaltigkeit, Klimaschutz und visionäre Zukunftsgestaltung: Fehlanzeige.

Jetzt ist es umso wichtiger über den Tellerrand hinauszusehen und die Weichen richtig zu stellen. Diese Krise eröffnet die Chance zum gesellschaftlichen und politischen Umdenken! In diesem Sinne sind Entwürfe wie in der folgenden Buchbesprechung um so wichtiger:

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WhatsApp-Nachricht von einem unbekannten Verfasser

Corona Virus

Es könnte sein, dass in Italiens Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brach liegen, … es kann aber auch sein, dass sich Delfine und andere Meereslebewesen endlich ihren natürlichen Lebensraum zurückzuholen dürfen. Delfine werden in Italiens Häfen gesichtet, die Fische schwimmen wieder in Venedigs Kanälen!

Es könnte sein, dass sich Menschen in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen, … es kann aber auch sein, dass sie endlich wieder miteinander singen, sich gegenseitig helfen und seit langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben. Menschen singen miteinander!!!

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Europäische Grüne Antwort auf die COVID-19-Krise

Corona Virus

Als erster Parteienzusammenschluss haben die Grünen Europaparlamentarier bereits im März ein Positionspapier zur Corona-Krise erarbeitet:

Selten zuvor hat eine Krise dieser Größenordnung in so kurzer Zeit so viele Menschen auf unserem Planeten getroffen. Es ist eine beispiellose Herausforderung für unsere Gesellschaften, der wir uns als Menschheit gemeinsam stellen müssen. Solidarität und ehrgeizige Zusammenarbeit, nicht Nationalismus oder Egoismus, werden dafür sorgen, dass wir gestärkt und klüger aus dieser Krise herauskommen. Wir dürfen niemanden zurücklassen und müssen uns dieser Krise mit offenen Herzen stellen.

Wir, die Europäischen Grünen und die Fraktion der Grünen/EFA im Europaparlament, tragen zusammen zur politischen Reaktion auf diese Pandemie bei. Gemeinsam,

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Bäume in Afrika oder Google Milliarden in Steueroasen?

Ecosieren Sie schon?

Mit Ecosia – der Suchmaschine – ist es möglich vom „Googeln“ loszukommen!

Google hier, Google da, Google überall! So heißt es generell und auf vielen Computern, Laptops und Smartphones ist die Google Suchmaschine bereits als Startbildschirm fest eingestellt.
Man/Frau hat sich daran gewöhnt zu googeln. Es geht ja so leicht! Statt selber denken lieber mal googeln. Dass jede Suchanfrage etwa die Energiemenge eines faustgroßen Kohlestücks verbraucht wissen die wenigsten. Dass Google mithilfe ihrer Algorithmen Suchergebnisse manipulieren kann und nach Meinung vieler auch tut, wissen vielleicht schon mehr. Und natürlich werden mit jeder Suchanfrage die über uns angelegten Datenbänke immer umfangreicher; Stichwort Datenkrake!

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Explosive Rhythmen mit Aussage

AfroRaiz in Aktion

Voller explosiver Energie und voller Enthusiasmus präsentierten am 26. Oktober im Haidhäusl beim 18. MKT sechs junge Leute aus dem Nordosten Brasiliens mit Tanz, Trommeln und Gesang die neue Geschichte Amazoniens. Eine Geschichte geprägt von leeren Versprechungen, Misswirtschaft und Zerstörung. Und doch gab es einen Lichtblick, einen Lichtblick der Hoffnung auf Veränderung zum Guten.
Eingeleitet wurde diese grandiose Performance von Informationen per Video über die Situation vor Ort, verbunden mit der Vorstellung von AfroRaiz sowie der einzelnen Akteure der Gruppe RoM. Schon da wurde vielen klar, hier geht es nicht nur um reine Unterhaltung! Unterstrichen wurde dies durch die daraufhin folgende fulminante Aufführung.

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