FFH-Managementplan

Seit nunmehr 18 Jahren werden in der Gemeinde Haidmühle im Rahmen des BayernNetzNatur-Projekts „Bischofsreuter Waldhufen“ von ansässigen Landwirten sehr erfolgreich Landschaftspflege- und Artenhilfsmaßnahmen durchgeführt.
Ein wichtiger Schritt für das bedeutende Projekt war die freiwillige Meldung eines sogenannten FFH-Gebietes durch die Gemeinde Haidmühle Anfang der 2000er Jahre.

Dadurch sicherten sich die Landwirte und Grundeigentümer auch zu Zeiten knapper öffentlicher Kassen umfangreiche Fördergelder zur Pflege der Landschaft und zur extensiven Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen.

FFH-Gebiete (Gebiete gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union) sind Teil des europaweiten  Biotopverbundsystems Natura 2000, das von der EU zur Erhaltung selten gewordener Lebensräume und besonders gefährdeter Tier- und Pflanzenarten aufgebaut wird. Durch die Beibehaltung einer schonenden, traditionellen Bewirtschaftung durch verantwortungsvolle Landwirte und Grundbesitzer ist in manchen Gebieten glücklicherweise eine besonders reichhaltige Natur und Landschaft erhalten geblieben, die im größten Teil des Landes
leider längst verloren gegangen ist.

Ein derartiges Gebiet von bayern- und sogar bundesweiter Bedeutung ist die historische Kulturlandschaft der Bischofsreuter Waldhufen, die weitgehend gleichbedeutend ist mit dem Gemeindegebiet Haidmühle.

Für jedes FFH-Gebiet muss ein sogenannter FFH-Managementplan erstellt werden. Dort werden Vorschläge gemacht, wie die Flächen bewirtschaftet und gepflegt werden sollten, um den „guten Erhaltungszustand“ auch weiterhin zu gewährleisten. Für viele FFH-Gebiete in Niederbayern liegt bereits ein derartiger Managementplan vor. Jetzt sind die Bischofsreuter Waldhufen an der Reihe!

Federführend für die Planung ist die Regierung von Niederbayern. Sie hat unser Büro FNL-Landschaftsplanung, das schon seit Ende der 1980er Jahre in Ihrer Gemeinde tätig ist, mit der Bearbeitung der waldfreien Gebiete beauftragt. Die Waldflächen werden vom regionalen Kartiererteam Ostbayern der Bayerischen Forstverwaltung bearbeitet.

Aber auch außerhalb des eigentlichen FFH-Gebietes gibt es naturschutzfachlich wertvolle Flächen. Um aktuelle Grundlagen für die weitere Entwicklung des BayernNetzNatur-Projektes im gesamten Gemeindegebiet zu haben, werden daher parallel die Biotopkartierung und die vorhandenen Pflege- und Entwicklungspläne aktualisiert.

Bitte wundern Sie sich nicht, wenn Sie im Sommer jemanden mit Kartierbrett und Luftbildern auf Ihren Flächen sehen. Es handelt sich um keine Kontrolle oder Vermessung. Um die notwendigen Grundlagen für die Pläne zu erheben, werden nämlich seit 2014 im Gemeindegebiet Kartierungen zur Tier- und Pflanzenwelt durchgeführt. Dafür sind unterwegs die Herren Ernst Obermeier, Walter Hanschitz-Jandl und Karel Kleyn von FNL und Herr Ernst Lohberger vom Forst.

Die Planungen haben nicht das Ziel, Ihnen Beschränkungen aufzuerlegen. Sie sind vielmehr fachliche Grundlage, um mit Ihnen gemeinsam die Bischofsreuter Waldhufen als einmalige Kulturlandschaft zu erhalten und hierfür die notwendige Förderung sicher zu stellen.

Einige von Ihnen erinnern sich vielleicht noch, dass die Bürger damals in einem einmaligen Dialogverfahren an der Ausweisung des FFH-Gebietes beteiligt wurden. Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Grundstückseigentümern und Landwirten wird auch bei der Aufstellung des FFH-Managementplans erfolgen.

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