Springkraut und Lupinen – schön, aber…

Mittlerweile kennt jeder das Springkraut. Die asiatische Pflanze hat die Bachufer und viele Auenflächen der tieferen Lagen halb Bayerns erobert. Wo es wächst, da gedeiht fast nichts Anderes mehr. Zunächst war es noch schön anzuschauen und keiner sah Handlungsbedarf. Als das Springkraut dann überhand nahm, war es schon zu spät. 

Springkraut
Springkraut

Selbst spektakuläre Aktionen, wie der Einsatz der Bundeswehr zum Ausreißen der Pflanze halfen nichts mehr. Statt von artenreichen Hochstaudensäumen und Auwäldern werden ganze Bachtäler von eintönigen Springkrautfluren eingenommen. Bislang blieb Haidmühle vor allem klimatisch bedingt noch verschont. Zwar gab es einige wenige Stellen, an denen das Springkraut auftrat, doch die Naturschutzbehörde, der Landesbund für Vogelschutz und die „Bischofsreuter Waldhufen“ haben sofort reagiert und die Pflanzen entfernen lassen. Für die schönen, bunten Bergwiesen und Magerrasen in Haidmühle droht aber eine andere Gefahr.

Vielblättrige_Lupine
Stauden-Lupinen. Foto: Böhringer Friedrich

Auf immer mehr Flächen breitet sich die Stauden-Lupine aus. Diese nordamerikanische Pflanze war im Forst auf Windwurf- und Schlagflächen und auch an neuen Straßenböschungen als Bodenverbesserer ausgesät worden. Sie ist perfekt an unser Klima angepasst und vermehrt sich rasant. Etwa 1000 Samen je Pflanze werden jährlich im Radius von 6 m ausgeschleudert. Die Samen bleiben dann bis zu 50 Jahre keimfähig. Darüber hinaus breitet sich die Lupine zusätzlich unterirdisch über Ausläufer bis zu 20 cm pro Jahr aus. Lupinen können den Luftstickstoff verwerten und düngen sich sozusagen selber. Sie wachsen im Frühjahr schneller als die anderen Wiesenpflanzen, nehmen den Kräutern so das Licht weg und verdrängen sie.

Es ist in einigen Fällen nur noch eine Frage der Zeit, bis die Lupinen auf den trockeneren Bergwiesen zu einem ähnlichen Problem werden wie das Springkraut in den Feuchtflächen der tieferen Lagen. Schon jetzt gibt es in der Gemeinde Magerrasen, in denen die Lupine seltene und auf den Roten Listen stehende Pflanzen, wie Arnika, Silberdisteln und Orchideen überwuchert. Um so wichtiger ist es, frühzeitig auf das Problem zu reagieren.
Auffällig ist, dass die Pflanze in den „normalen“ Futterwiesen kaum vorkommt. Dies liegt vor allem am Schnittzeitpunkt. Obwohl die Lupinen bereits jetzt blühen, werden sie erst ab Ende Juni ihre reifen Samen verbreiten – also erst nach der traditionellen Wiesenmahd. Um also die Lupinen an der Ausbreitung zu hindern, müssen sie unbedingt während der Blüte und noch vor der Samenreife gemäht werden.

Wir bitten alle Grundstücksbesitzer und Landwirte, vermehrt auf die Lupinen zu achten und sie bereits während der Blüte abzumähen. Einzelne Lupinen-Stauden können in der Wiese problemlos mit der Sense gemäht werden. Bei dem anstehenden Neuabschluss der Naturschutzprogramme wird eine entsprechende Ausnahmegenehmigung eingebaut. Und vielleicht freuen sich die Frauen ja auch über einen schönen Blumenstrauß…

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