So vermeiden Sie schädliches Radon

oder: „Der Tod kommt aus dem Keller“ (Klingt wie ein schlechter Krimi)

Täglich sterben fünf Personen in Deutschland an Lungenkrebs, der durch das radioaktive Gas Radon verursacht wurde. Also rund 1900 Menschen pro Jahr. Das ist zwar vernachlässigbar in Vergleich zu den Toten durch Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems (338 056), für die Betroffenen ist es aber trotzdem unangenehm.

Hier die Fakten: 
– Nach Rauchen ist Radon die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.
– Wer raucht UND Radon einatmet, hat ein besonders hohes Risiko für Lungenkrebs.
– Das Lungenkrebsrisiko steigt mit der Menge an Radon in der Atemluft und der Dauer, mit der man sich in einem belasteten Raum aufhält.
– Radon ist sogar schädlicher für die Gesundheit als Asbest.
– Es ist geruchlos.
– Radon komm im Erdreich vor, in allen Gesteinen.
– Die Menge an Radon im Boden ist je nach Gegend unterschiedlich.
– Radon dringt meist über undichte Keller in die Häuser ein, durch Risse, Fugen, Spalten, Rohrdurchführungen etc.
– Das Gas breitet sich vom Keller in die oberen Stockwerke aus: Über das Treppenhaus, die Geschossdecken, Kabelschächte und so weiter.
– Radon zerfällt in weitere radioaktive Stoffe, die sich an Partikel in der Luft anlagern und von den Bewohnern eingeatmet werden.
– Es gibt Karten, welche die Radonbelastung in Deutschland zeigen (zum Beispiel auf bfs.de), sie zeigen jedoch unterschiedliche Mengen an und sind zudem recht grob.
– Nur eine Messung in Ihrem Gebäude gibt wirklich Sicherheit.

Was tun?

Glücklicherweise kann man etwas tun: Man misst den Radongehalt in der Luft und verhält sich dann entsprechend.

– Messen Sie die Radonmenge in Ihrem Gebäude. Falls Sie eine bedenkliche Menge an Radon feststellen dann gilt:
– Senken Sie die Belastung, indem Sie den Keller öfter intensiv lüften.
– Dichten Sie Risse, Fugen und sonstige Durchlässe dort ab, wo der Keller den Boden berührt.
– Sollte das Mauerwerk an sich durchlässig sein, kann eine Sanierung sinnvoll sein.
– Ist die Belastung zu hoch, sollten Sie nicht im Keller schlafen oder arbeiten.
– Dichten Sie die Kellertüre ab, so dass Radon nicht so leicht in die oberen Räume gelangen kann.

Exposimeter
Exposimeter

Radon messen

Die Menge an Radon schwankt im Tages- und Jahresverlauf. Deshalb muss man die Messung über einen längeren Zeitraum durchführen. Wir haben einen Test durchgeführt mit den Messgeräten der Firma Radon Analytics (www.radon-analytics.com). Diese Exposimeter legt man für einige Monate in den Raum, dessen Radongehalt man messen will, sendet sie danach zurück an Radon Analytics und bekommt dann eine Angabe über den gemessenen Radongehalt der Raumluft.

So sieht das für unseren Test aus (Ausschnitt):

radonmessung

 

Radon Analytics liefert auch eine „Bewertung der Radonmessergebnisse“. Diese sieht bei unseren Messergebnissen so aus: „Bei Radonkonzentrationen im Jahresmittel von 100 bis 1.000 Bq/m3 Luft wird empfohlen, die Radoneintrittspfade aufzuspüren und die Radonbelastung durch geeignete Maßnahmen unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit und in Abhängigkeit der Radonkonzentration zu verringern. Das Gesundheitsrisiko ist bei dauerhafter Exposition in diesem Bereich erhöht. Dies gilt besonders bei Radonkonzentrationen oberhalb von 400 Bq/m3.“ (Oh je!)

Ein Set (zwei Stück) dieser Exposimeter kosten 47 Euro.

Zahlreiche weitere Informationen finden Sie auf www.radon-analytics.com und auf bfs.de, der Webseite des Bundesamtes für Strahlenschutz.

 

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