Vom Eise befreit

Ende März wanderten wir auf der tschechischen Seite von Haidmühle nach Bischofsreut, parallel zur Grenze (für die Auswärtigen: des ehemaligen Eisernen Vorhangs). In dieser prächtigen Landschaft findet der aufmerksam Wandernde vieles von geografischem, geologischem, politischem, soziologischem, militärischem und botanischem Interesse (Tiere gab es an dem Tag nur wenige zu sehen).

Von kulturellem auch. Die nun munteren Bäche erinnern an die bekannten Zeilen, die hier wie der Faust auf’s Auge passen (ich bitte um Nachsicht, es ist schon spät): „Vom Eise befreit“ weiterlesen

Der Nationalpark Šumava

Der Nationalpark Bayerischer Wald und der Šumava bilden das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas, wobei der Šumava dreimal so groß ist wie der bayerische Nationalpark. Das „grüne Dach Europas“ hat eine lange gemeinsame Geschichte, immer wieder unterbrochen von den Irrungen und Wirrungen der Geschichte. Mittlerweile ist der gegenseitige Respekt, das gegenseitige Verständnis für den Naturschutz nicht nur gewachsen, sondern man zieht zum Wohle des Waldes und zur Bewahrung der Natur auch an einem gemeinsamen Strick. Und das ist gut so, denn beide Parks gehören zu den letzten Naturjuwelen, die es noch gibt.

Der Artenreichtum der Fauna ist in manchen Regionen des Bayerischen Waldes (auch der Bischofsreuter Waldhufen!) bemerkenswert, der Šumava ist besonders reich an Mooren und Filzen, samt Moorseen, schwimmenden Inseln und idealen Brutbedingungen für das Birkhuhn. Da der Šumava – anders als der Bayerische Nationalpark – bis weit ins 20. Jahrhundert relativ dicht besiedelt war, findet man heute noch „in der Wildnis“ Spuren von alten Gebäuden und Fundamenten, ganz besonders natürlich im Grenzgebiet. Übrigens macht dies den besonderen Reiz der Landschaft jenseits der Grenze aus – diese ganz eigene Mischung aus Waldnatur und alter Kulturlandschaft. Naturschätze hüben wie drüben. Ich fühle mich sehr privilegiert, wenigstens einen Teil meines Lebens in diesem grandiosen Teil Mitteleuropas leben zu dürfen, der so unendlich viel zu bieten hat.

Biber in Haidmühle angekommen

Der folgende Artikel war schon mal ganz kurz im Haibischl. Wegen eines schlimmen faktischen Fehlers ist das in die Hose gegangen und so musste er entfernt werden. Ich war sehr enttäuscht über meine eigene unzureichende Recherche. Aber hier kommt er wieder – als fiktiver Artikel! Dank gilt den guten Haibischl-Freunden, die den Ansporn dazu geliefert haben! Die Korrektur kommt dann am Schluss.

Hier der fiktive Teil: „Biber in Haidmühle angekommen“ weiterlesen

Reiten in Haidmühle

Haidmühle ist eine … Insel der Glückseligen (könnte man fast sagen), mitten im Wald des Bayerischen Waldes gelegen. Durch unsere Wälder führen sehr viele Wanderwege, auf denen das Reiten erlaubt ist. Und Gedränge herrscht bei uns nie.

Wir grenzen direkt an den Tschechischen Nationalpark Šumava (gesprochen Schumava) an. Ausritte nach Tschechien sind möglich.


Reitparadies Haidmühle

Endlose Sand- und Kieswege, ausgedehnte Wälder, kleine Inseln der Besiedelung, Wiesen Weiden und (Gast)Wirtschaften. Das ist der Bayerische Wald bei Haidmühle. Für Reiter einfach traumhaft. Unser Reiturlaub mit eigenen Pferden begann beim Kies Franz in Haidmühle, der uns eine Wiese für unsere beiden Kabardiner-Pferde organisiert und uns beherbergt hat. Von dort aus unternahmen wir Halbtagesritte in die Umgebung von Haidmühle. Unser Highlight war dabei der Ritt auf den Dreisessel, der uns mit herrlichen Aussichten unterwegs und am Gipfel belohnte.
Ob eine Brotzeit aus den Packtaschen oder eine Rast im Dorf- oder Ausflugs-Gasthaus: Platz um Pferde anzubinden oder auf eine Weide zu stellen, läßt sich finden. Ausreichend Wasser für die Tiere
findet man in der Landschaft, doch auch die Einheimischen sind uns immer freundlich begegnet und haben auch unsere Pferde mit Wasser versorgt.
Wer nicht das Glück hat, eine Unterkunft bei Freunden zu nutzen, der kann auch in Pensionen und/oder Reiterhöfen im Gebiet unterkommen und zu günstigen Preisen seinen Vierbeiner einstellen oder auf einer Weide übernachten lassen. Für unterwegs, aber auch für´s Übernachten ist es günstig, wenn die Pferde das Anbinden mit Anbindestrick an einem langen Seil, das zwischen Bäumen gespannt wird, bereits kennen. Das lange Seil muß auch höhere Belastungen aushalten, Bergseile sind da gut geeignet.
Wer kein eigenes Pferd hat oder mitnehmen will kann natürlich auch die Reiterhöfe im Gebiet anfragen. Dort können sicherlich auch Tages- oder Mehrtagestouren arrangiert werden.

Egbert & Antje Pfeifer


Reiterlich relevante Infrastruktur:

In Haidmühle:

baerenfilz.de
Isländer.

Übernachten:
Hier ist das Gastgeberverzeichnis der Gemeinde.

 

In Bischofsreut:

matthiasl.de
Western-Reitstall

Übernachten:
zummatthiasl.de
Am Reitstall gelegen. Einfache, günstige Zimmer.

haidl-madl-ferienwohnen.de
1km von Matthiasl entfernt. Ruhig. Elegante Öko-Zimmer.

 

Topinambur

Topinambur ist eine tolle Pflanze mit vielen Vorteilen, die sich auch in unserem rauen Klima gut anbauen lässt:

  • Sie hat eine stattliche, Topinambur Pflanzegeradlinige Statur, ähnlich der mit ihr verwandten  Sonnenblume, ist aber viel zäher.
  • Je nach Düngung wird sie bis zu 4m hoch – auch bei uns!
  • Einjährig, wächst im Frühjahr aber rasch hoch, kann also auch als Wind- und Sichtschutz genutzt werden.
  • Schöne gelbe Blüten ab September bis zum Winter, wenn also vieles andere schon verblüht ist.
  • Die Bodenfrüchte sind diabetikergeeignete Süßkartoffeln, die können auch roh gegessen werden. Schmecken in Suppen sehr gut, fast wie Kohlrabi. Die Knollen sind häufig, aber halt nur mittelgroß und etwas runzelig. Festkochend.
  • Keine Schädlinge an den Knollen, die üblen Nacktschnecken tun auch nichts am Aufwuchs.
  • sie ist total Topinambur Knolle Fruchtfrostsicher und die Knollen oder Reste davon können im Boden überwintern, treiben immer wieder aus.
  • Winterlagerung nur in Erde, ist aber nicht empfehlenswert. Besser frisch verarbeiten!
  • Das Grüngut ist massig vorhanden, es kann sehr gut an Haustiere verfüttert werden. Hasen fressen es mitsamt dem holzigen Stiel, ist gesund und überfüttert die Tiere nicht. Auch Schafe, Pferde mögens..
  • Deckung für Vögel, Wild. Feldhasen graben im Winter gerne die Knollen aus und suchen Deckung unter den Stengeln, wenn sie noch da sind.
  • Wuchern kann sie bei uns nur, wenn man es aktiv fördert: ich überfräse den Acker im Frühjahr, dann treiben aus den zerhackten Knollen viele neue Pflanzen. Weitere Ausbreitung als Ackerrand gibt’s nicht (Kleine Wurzelballen, aber keine Stränge wie bei Brennesseln!)
  • Wegen des geringen Pflegeaufwands ist das neben den Himbeeren unsere am wirtschaftlichsten nutzbare Gartenpflanze.
  • Ernte: einfach den Stamm rausziehen, die Knollen sind unten am Wurzelteller und gehen so leicht mit aus der Erde!
  • Rezepte finden Sie u.a. hier: http://www.chefkoch.de/rs/s0/“topinambur/Rezepte.html

Abgabe von Früchten oder Setzlingen gerne, wer was braucht, der melde sich !

Siehe auch hier.

„Denkwürdige Landschaften“ – unsere multifunktional verwendbare Zukunft!

Begleitend zum  Artikel von Franz Kies (er war halt wieder mal schneller) über den grenzüberschreitenden KULAMU-Ausflug kann ich hier ein paar Bilder und Gedanken nachschieben, wir waren aber nur am zweiten Tag dabei, im Bischofsreuter Raum bei unseren „Schätz-chen“ vor Ort . Das macht sie zunehmend bekannt und sollte uns auch Pluspunkte bei der Bewahrung und (sanften) Vermarktung selbiger bringen. Begleitet und in angenehmer Weise geleitet wurde der (Teil-) Ausflug vom KULAMU-Vorsitzenden Michael Sellner und dem Wildbiologen Karel Kleijn. Die tschechische Teilnehmerschar war (mir) zwar textlich unverständlich, aber offensichtlich sehr gut gelaunt, zu Recht! „„Denkwürdige Landschaften“ – unsere multifunktional verwendbare Zukunft!“ weiterlesen

Ein KuLaMu Ausflug

Am 14., 15. und 16. August wurde vom KuLaMu-Verein und tschechischen Partnerorganisationen jeweils zu einem Ausflug eingeladen. Am Freitag ging es mit zwei Bussen zuerst einmal nach Polka (Elendsbachl) in der Tschechischen Republik. Dort wurden die noch etwas fremdelnden deutschen und tschechischen Teilnehmer begrüßt. Dann hieß es erstmal Schuhe ausziehen und durch eine Furt mit kühlem, erfrischenden Wasser waten und weiter in Richtung Adlerova Hut (Adlerhütte), dem höchsten Berg in der Gegend. Eine herrliche Aussicht erwartete uns. Unsere tschechischen Führer zeigten zur Erklärung historische Aufnahmen der ehemaligen Besiedlung. Und gleich ein kleiner Aufschrei: „das ist ja das Haus meiner Großeltern und der Mann da, das ist mein Großvater.“
Später dann, nach der Einladung zu einer deliziösen, gehaltvollen Suppe mit Butterbrot und frisch gepressten Birnensaft geht es weiter zur Friedensallee. Hier haben Schüler aus Vimperk (Winterberg) und Waldkirchen gemeinsam eine Allee zuerst mit Eichen und Linden und später Apfel- und Kirschbäumen bepflanzt. Und dann das nächste Foto mit neuerlichen Ausruf eines weiteren Teilnehmers: „der Mann da, mit den Holzschuhen und dem Rauschebart das ist der Onkel von der Seite meiner Schwiegermutter…“
Viele kleine Geschichten und unterhaltsame Anekdoten bringen uns Deutsche und Tschechen immer näher. Am Schluss verabschieden wir uns schon fast wehmütig mit dem Bewusstsein neue Freunde gefunden zu haben.
Weitere Infos mit vielen geradezu grandiosen Fotos unter: www.krajinypamatne.eu
Franz Kies

Auerhuhn und Waldweide am Dreisessel

Reiche Auerwildbestände zu Zeiten der historischen Almwirtschaft am Dreisesselberg geben Anlass zum Beschreiten neuer Wege
Auerhahn_weiblich Berchtesgadener Kühroint
Auerhenne auf Rinderweide

Das Auerhuhn ist in den meisten Regionen seines ehemaligen Vorkommens mittlerweile verschwunden. In den höchsten Lagen des Bayerischen Waldes und des Böhmerwaldes haben sich bis heute kleine Reliktbestände der Art gehalten, deren Überleben aber ebenfalls auf Messers Schneide steht. So auch am Haidmühler Hausberg, dem Dreisessel.  „Auerhuhn und Waldweide am Dreisessel“ weiterlesen

Dorfpflege in Hai-Bi-Frauenberg anschauen! Waldhufen

Bitte um Verständnis: Das Bild ist bewusst so unscharf, um Ärger mit dem Datenschutz zu vermeiden. Es ist aber erkennbar eine Luftaufnahme, und zwar von Bischofsreut im Bereich Volksfestplatz, St.-Wolfgang-Kapelle, Steinköpfl. Ausserdem handelt es sich um eine Planungsunterlage, mit der die Pflegemaßnahmen exakt lokalisiert und mit Anliegern, Behörden usw. abgestimmt werden. Hier wird der erste Teil der Projektführung Bischofsreuter Waldhufen stattfinden, und zwar am Freitag, 31.07. um 16:00 Uhr. An diesem Beispiel wird gezeigt, was dort seit gut 10 Jahren gemacht wurde, was heuer schon passierte und was weiter geplant ist. Kommen Sie und machen Sie sich selbst ein Bild vom Landschaftsbild! Gerne darf dabei diskutiert und hinterfragt werden, die ausführenden Waldhufen-Mitglieder und planende Fachleute sind vor Ort. Weiter geht’s dann nach Haidmühle und Frauenberg, weil auch dort seit Jahren Pflegemaßnahmen stattfinden, siehe beiliegende Einladung: 150626-Führung Juli2015 Anschließend Einkehr im Gasthaus Eder, wir benutzen es auch als Wirtshaus.

Haibischl