Veganismus, pflanzliches Essen, eine kleine „Ernährungsphilosophische Rückschau“

Teil 1

Gastautor: Julian Reischl

Als Teilnehmer des Spiels „Enkeltauglich Leben“ hatte ich mir im Dezember vorigen Jahres die Aufgabe gestellt für einen Monat vegan zu leben. Welche Überlegungen, Erfahrungen und Entschlüsse ich dabei gefasst habe soll der folgende Artikel darstellen.

Zuallererst sollte mal die Frage in den Raum geworfen werden, wieso macht man das überhaupt sich so zu ernähren beziehungsweise so eine Lebensweise anzustreben ?

Gesundheit ?
Kann, je nach dem wie man sich davor ernährt hat ein Faktor sein, damit es aber auch eine tatsächliche gesunde Lebensweise ergibt ist einiges zu beachten um kein Risiko im Sinne von Mangelerscheinungen einzugehen. Was jedoch auf alle Ernährungsweisen zutrifft die ohne Bedacht gelebt werden. Ein guter Artikel stand dazu im Focus.

CO2 / Umwelt ?
In Bezug auf die Umweltbelastung schneidet die vegane Ernährung schon von der Grundlogik her viel besser ab als konventionelle Ernährung. Tierische Produkte produzieren um ganze Größenordnungen mehr CO2!

Tierleid ?
Für viele Menschen ist das Leid der Tiere der Hauptpunkt wieso sie irgendwann den Schritt zur veganen (oder vegetarischen) Ernährung gehen oder schon als Kind verstanden haben, wieso sie so nicht leben wollen:

  • eine starke Empathie den Tieren gegenüber und nicht Teil einer Ausbeutungs- und Tötungsindustrie sein zu wollen

  • egal ob „mein Handeln“ eine direkte globale Auswirkung hat oder nicht

Aber eben es selbst nicht mehr zu konsumieren und damit zu tun zu haben, ist für viele Menschen ausschlaggebend.

Einen tatsächlichen Umschwung / ein Umdenken herbeizuführen braucht am Ende des Tages sowieso mehr als die Änderungsbereitschaft des Einzelnen der plötzlich und sofort einen direkten Einfluss sehen will.

Trendmitläufer / Profilierungsmöglichkeit / Zugehörigkeit und Bestätigung ?
Um nochmal auf die Frage zurück zu kommen, „wieso macht jemand das überhaupt?“, wenn es doch offensichtlich mit Aufwand, Umstellung, über den Schatten springen und vor allem auch Disziplin zu tun hat… Vor allem, wenn man sich später im Leben dazu entscheidet und sich nochmal völlig umorientieren muss…

Nun, am Ende des Tages muss man es für sich selbst entscheiden und einen Grund finden, der einem die Kraft dafür gibt und den Willen es umzusetzen. Helfen und einen gewissen Ansporn geben, kann vielleicht noch, dass damit eher etwas Gutes für die Allgemeinheit geleistet wird als bei auf auf lange Sicht gleichbleibendem Aufwand einfach so weiterzumachen wie bisher.

In den letzten Jahren ist das Thema immer mehr in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Sämtliche Zeitschriften die man im Magazinregal im Supermarkt entdecken kann, titeln immer wieder mit veganer oder vegetarischer Ernährung. Die Hürden einzusteigen sind auch dadurch tiefer gelegt worden und schwinden immer mehr. Die Angebote erweitern sich vielerorts.

Wieso mache ich das im Speziellen eigentlich und wie lange beschäftigt es mich schon?

Ich esse seit ca. 12 Jahren kein Fleisch (was auch Fisch miteinbezieht) mehr und war über die letzten Jahre hinweg auch für einen Zeitraum von ca. 3 Jahren am Stück, bereits schon mal strenger vegan unterwegs.

Mit allem drum und dran, jegliche Möglichkeit an Restaurants, Ersatzprodukten und Orten wurde ausgecheckt. Je nach dem wo ich mit meiner damaligen Partnerin, die auch vegan gelebt hat für diesen Zeitraum, unterwegs war. Mit staunen in „Den Haag“ in Holland in einem reinen Veganen Supermarkt stehen der sogar eine „frische Metzgertheke“ hatte. Durch Berlin wandeln wie auf einer Pilgerreise des Genusses. Das macht schon Spaß, gewissermaßen ein Suchspiel das am Ende meistens mit etwas leckerem belohnt wird. So ist der Verzicht schonmal sehr viel weniger ein Verzicht. Denn je üppiger das Angebot desto weniger fällt es einem als solcher auf. Und inspiriert dann auch zu mehr Eigeninitiative wenn man nicht immer Zugriff darauf hat, Sachen nachzukochen die man entdeckt hat.

Für mich hat es ursprünglich mit einem starken emphatischen Grundgefühl gestartet, losgetreten durch eine Reportage über Gänse-Stopfleber auf Pro7… ja tatsächlich hat eine Fun-Wissens-Sendung namens „Galileo“ den ersten Stein geworfen. Das hat einen Schalter in meiner Gedankenwelt umgelegt und mich die Zustände in der Lebensmittelindustrie die sich um Tiere dreht hinterfragen lassen. Vorwiegend auf die Fleischerzeugung, die Schlachtung, die Haltung usw. bezogen. Und relativ zügig mir klar aufgezeigt, dass ich Fleisch und Fisch komplett aus meiner Ernährung streichen will.

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